Ohne Smartphone geht gar nichts mehr. Das Problem ist: Diese Handysucht sorgt dafür, dass unser Gehirn nicht mehr so tickt, wie es eigentlich könnte.

Kein Gegenstand ist uns so nah und so wichtig wie das Smartphone: 91 Prozent aller Handybesitzer verlassen das Haus nie ohne. Wir starren durchschnittlich 85 mal am Tag auf das kleine Ding. Und weil wir es immer in der Nähe haben und unsere Gedanken alle naselang ums Handy kreisen, beeinflusst das unsere Gehirnleistung negativ.

"Matsche in der Birne"

Diesen Zusammenhang hat ein Team um den Wissenschaftler Adrian F. Ward von der Universität Texas genauer erforscht. Sie haben 800 Testpersonen in drei Gruppen aufgeteilt, jede Gruppe musste denselben Test machen, doch ihr Handy wurde jeweils an einem anderen Ort platziert:

  • auf dem Tisch
  • in der Tasche
  • in einem anderen Raum

Und die Testergebnisse legen nahe: "Allein die Präsenz des Handys führt dazu, dass du Matsche in der Birne wirst", fasst Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte die Forschungsergebnisse zusammen. "Also die verfügbare kognitive Leistung des Gehirns verringert sich."

Aus den Augen, aus dem Sinn

Am besten schlossen die Testpersonen ab, die ihr Handy in einem anderen Raum lagern mussten. Am schlechtesten waren die Probanden, die ihr Handy in Griffweite auf dem Schreibtisch liegen hatten. Dabei spielte es überraschenderweise gar keine Rolle, ob das Smartphone nun an- oder ausgeschaltet war.

"Selbst wenn du dein Handy gar nicht benutzt, reicht die bloße Anwesenheit des Gerätes aus, um die Aufmerksamkeit zu beeinflussen und dass du im Test unter Umständen schlechter abschneidest."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Das Handy beschäftigt unser Gehirn und lenkt ab. Die Forscher vermuten, dass Teile unseres Kopfes versuchen, den Drang, nach dem Smartphone zu grabschen, zu unterdrücken. Da braucht es gar keine Push-Nachricht mehr, um unsere Aufmerksamkeit zu ergaunern. 

Darum der Tipp von Martina: Lasst euer Handy zuhause, wenn ihr geistig anspruchsvolle Aufgaben erledigen müsst!

"Ich stecke mein Handy zum Beispiel - auch wenn ich unterwegs bin - ganz bewusst immer tief die Tasche, keinesfalls in die Hosetaschen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova