Routinekontrollen, neugierige Fragen, stichprobenartige und intensive Checks: Die Einreise in die USA kann zur echten Nervensache werden. Da die Behörden jetzt auch heiß auf Social-Media-Konten und Smartphoneinhalte sind, rät Quincy Larson in einem häufig geteilten Blogpost, bei Reisen in die USA das Handy gleich zu Hause zu lassen.

Es klingt ein wenig nach Hysterie, doch wer Pech hat, den kann es an US-amerikanischen Flughafen so ergehen, wie dem Nasa-Wissenschaftler Sidd Bikkannava. Der wurde vergangene Woche so lange festgehalten, bis er das Passwort für sein Smartphone an Grenzbeamte herausgab - und das, obwohl er Amerikaner ist.

Nicht nur in den USA, auch an den Grenzen des sonst so liberalen Kanadas, haben die Beamten das Recht, alles zu durchsuchen, um Schmuggel zu verhindern. Der Blogger Quincy Larson geht davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch andere Länder mit der Telefonkontrolle nachziehen.

Was tun ohne Smartphone?

Wer nicht ohne Telefon auskommt, dem schlägt Larsen ein Leihgerät vor, das an fast jedem Flughafen zu bekommen ist. Wer nicht auf das eigene Handy verzichten will, der sollte sein Gerät auf die Fabrikeinstellungen zurücksetzen und nach dem Grenzübertritt die Daten aus der Cloud wieder aufspielen. Wem das zu aufwendig ist, der sollte zumindest die Apps von Facebook, Twitter und Co. deinstallieren, um den Zugriff auf private Nachrichten zu erschweren.

Wer einreisen will, muss kooperieren

Reisende sind zwar nicht dazu verpflichtet, den Beamten ihre Passwörter auszuhändigen, doch wer in das Land will, muss in irgendeiner Form kooperieren und möglicherweise der Aufforderung nachkommen, sein Telefon zu entsperren.

"Der Grenzschutz kann deine Einreise unter allen möglichen, absolut willkürlich erscheinenden Begründungen verweigern."
Martina Schulte, DRadio Wissen

Auch die BBC hat sich mit der Passwortfrage beschäftigt und das eigene Außenministerium um Rat gebeten. Die Antwort: Wenn von Briten ein Passwort verlangt wird, können sie verlangen, die britische Botschaft anzurufen und einen Anwalt einzuschalten. Auf jeden Fall wird davon abgeraten, die Grenzbeamten anzulügen.

Fotos und Posts könnten Probleme machen

Wer glaubt, er habe nichts zu verbergen und sein Smartphone offenlegt, der kann je nach Einschätzung der Grenzbeamten trotzdem Probleme kriegen. Quincy Larson fragt in diesem Zusammenhang: "Hast du schon mal Fotos von einer Demonstration gemacht? Kontroverse Bücher bei Amazon gekauft? Oder mit einem Bekannten abfällige Bemerkungen über die Polizei gemacht? Ich kann eine dieser drei Fragen mit Ja beantworten." Larsen sagt, solche Posts könnten einem im Fall der Fälle schaden.