Der 9. Juni 2013 ist der Tag, an dem Edward Snowden die größtmögliche Öffentlichkeit zuteilwird - und an dem er gleichzeitig untertauchen muss. Bei der Flucht hilft ihm der kanadische Menschenrechtsanwalt Robert Tibbo. Er hat die Idee, Snowden bei Asylsuchenden in Hongkong zu verstecken.

Rund 12.000 Flüchtlinge leben unter zum Teil erbärmlichsten Umständen in Hongkong. Sie bekommen nur sehr wenig Geld und dürfen nicht arbeiten. Tun sie das trotzdem und werden erwischt, drohen bis zu 22 Monate Gefängnis. Einigen dieser Flüchtlinge hat der Anwalt Robert Tibbo im Kampf gegen die Behörden geholfen. Unter ihnen drei Flüchtlingsfamilien aus Sri Lanka und den Philippinen.

Das ehemalige philippinische Dienstmädchen Vanessa Mae Rodel, das Flüchtlingspaar Nadheeka und Supun aus Sri Lanka und der ehemalige Soldat Ajith Puspa hatten selbst eine schwierige Flucht hinter sich und plötzlich die Aufgabe, den meist gesuchten Mann der Welt zu verstecken.

Staatliche Unterstützung gestrichen

Zwei Wochen lang haben sie Edward Snowden versteckt und ihn auch nach seiner erfolgreichen Flucht aus Hongkong nicht verraten. Dadurch hat sich ihre Lage allerdings weiter verschlechtert, erzählt Robert Tibbo. Vanessa Mae Rodel wurde zum Beispiel die staatliche Unterstützung gestrichen, weil sie bei den Behörden nicht über Snowden aussagen wollte. Sie fürchtet, dass jetzt auch ihr Asylantrag abgelehnt werden könnte.

Um die Snowden-Helfer zu unterstützen, haben der deutsche Journalist Sönke Iwersen und Robert Tibbo jetzt eine Kampagne ins Leben gerufen. Es geht darum, die kanadische Regierung zu überzeugen, die sieben Menschen aufzunehmen. Bis dahin wollen sie via Crowdfunding Geld sammeln, um zumindest die nötigsten Bedürfnisse zu decken.

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