Bei Rostock hat ein Autofahrer einen Blitzer umgefahren, nachdem der ihn aus dem Sekundenschlaf gerissen hat. Zum Glück wurde niemand verletzt. Leider passiert es viel zu oft, dass wir unsere Müdigkeit unterschätzen.

Ein Blitzer schreckte den Mann so aus dem Sekundenschaf, dass er das Lenkrad umriss und das stationäre Messgerät mit seinem Auto erfasste. Drogen oder Alkohol wurden bei dem Fahrer nicht festgestellt, sagt die Polizei.

Blitzer liegt kaputt auf dem Boden.
© imago images / Fotoagentur Nordlicht
Diesen Blitzer hat der Fahrer im Sekundenschlaf umgefahren.

Es passiert recht häufig, dass Autofahrer ihre Situation nicht richtig einschätzen, sagt Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Sie denken, sie seien wach oder würden es schon merken, wenn sie zu müde werden – ein Trugschluss.

Mehr als 2.000 Unfälle wegen Übermüdung

2019 gab es 555 Unfälle innerorts und 1.482 außerorts, bei denen Übermüdung die Ursache war, so die Expertin. Dabei sei die Dunkelziffer sicherlich hoch.

"Das gefährliche am Sekundenschlaf ist, dass die meisten denken: 'Ich merk das schon, wenn das passiert!'"
Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR)

Manche meinen, sie hätten gute Tricks, um sich bei Müdigleit am Steuer wach zu halten: Kaffee, Energydrinks, laut Musik hören. Ute Hammer sagt: Das ist alles nicht hilfreich. Es gibt nur eine Sache, die wir bei Müdigkeit tun sollten: Raus fahren und eine Pause machen.

"Das passiert relativ häufig. Sie brauchen sich nur im Bekanntenkreis umzuhören, da werden Sie hören 'Ja, das ist mir passiert.'"
Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR)

Ein Powernap von zehn bis 20 Minuten könne schon helfen. Wir sollten keine Hemmungen haben, uns im Auto schlafen zu legen. Wer nicht schlafen möchte, könne es auch mit ein bisschen Sport versuchen: "Was auch hilft, ist Bewegung. Wenn man den Kreislauf richtig aktiviert."

"Wenn man merkt, dass man müde ist, dann ist es höchste Zeit, rauszufahren."
Ute Hammer, Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR)

Anzeichen von Übermüdung sind vermehrtes Blinzeln und Gähnen, trockene Augen oder eine Art Tunnelblick. Wir sollten das nicht ignorieren, sondern lieber handeln. Wenn wir diese Anzeichen bemerken, sei es höchste Zeit, die Fahrt für eine Weile zu unterbrechen, rät Ute Hammer.

Weitere Tipps und Informationen zum Thema Sekundenschlaf gibt es auf der Seite des DVR.