DRadio-Wissen-Reporterin Julia Möckl ist im besten Alter, um die Eizellen einlagern zu lassen. sie hat sich beraten lassen und Gedanken darüber gemacht, ob das Social Freezing für sie in Frage kommt.

"Social Freezing ermöglicht Ihnen, Ihre Fruchtbarkeit in ein späteres Alter hinüberzuretten."
Katrin van der Ven, Reproduktionsmedizinerin

Das Studium vor nicht allzu langer Zeit beendet, die Karriere ist gerade kurz davor, richtig zu starten, der richtige Partner ist einfach noch nicht in Aussicht. All das sind Gründe, die dafür sprechen könnten, dass eine Frau unter 35 ihre Eizellen einfrieren lässt, um sich dem Thema Familie erst später zuzuwenden. Es sind soziale Gründe, keine medizinischen und darum sprecht man hier auch von Social Freezing.

Zwei Wochen lang Hormone spritzen

Katrin van der Ven ist Reproduktionsmedizinerin an der Uniklinik Bonn und bietet dort seit etwa einem Jahr Social Freezing an. Um eine ausreichende Menge Eizellen einfrieren zu können, reicht die normale Eizellen-Produktion nicht aus. Darum müssen Frauen sich dafür knapp zwei Wochen lang Hormone und andere Medikamente spritzen lassen. Mögliche Folgen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und im schlimmsten Fall: Überstimulation.

"Es ist ja nicht so, dass wir Ihnen eine Schwangerschaft garantieren können, wenn Sie Ihre Eizellen eingefroren haben. Diese Situation muss einem völlig klar sein."
Katrin van der Ven, Reproduktionsmedizinerin

Einmal Hormonbehandlung plus Abzapfen, Untersuchen und Einfrieren kostet in Bonn rund 3500 Euro, sagt Katrin van der Ven. Meistens seien aber zwei bis drei Behandlungen nötig, bis genug Eizellen eingefroren werden können, macht also 7000 bis 10.000 Euro. Hinzu kommen jährlich Kosten für die Lagerung, die etwa bei 200 bis 300 Euro liegen. Und die künstliche Befruchtung und das Wiedereinsetzen kosten später dann auch noch mal.