Social Media Plattformen werden von Prominenten dazu genutzt, Werbung zu machen. Mit der Verifizierung wird angezeigt, dass es sich wirklich um eine prominente Person handelt. Auf Instagram haben sich jetzt nachweislich über 300 Menschen diesen lukrativen Status erschlichen.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich Werbung besonders gut über Social Media verbreiten lässt. Influencer sind beliebte Werbepartner.

Schon seit langer Zeit ist aber auch bekannt, dass sich Personen auf Instagram häufig Follower kaufen. Das funktioniert über Firmen, die gefälschte Profile anlegen, die dann dem Influencer folgen.

Damit sich nicht jede beliebige Person einen Bekanntheitsstatus erkaufen kann, hat sich Instagram ein Verifizierungsverfahren überlegt.

Verifikation bei Instagram: Der blaue Haken

Bekannte Firmen oder Personen wie zum Beispiel Musiker*innen können die Verifikation ihrer Profile bei Instagram beantragen. Dazu muss bei Instagram der Ausweis vorgezeigt werden. Die Plattform überprüft außerdem über Google-Einträge die Prominenz des Antragstellers.

Nach erfolgreicher Prüfung gibt es einen blauen Haken - der ist inzwischen zu einem Statussymbol geworden und zum Echtheitszertifikat.

Das Online-Magazin Propublica hat nun aufgedeckt, dass aber auch bei der Verifikation von Instagram inzwischen geschummelt wird.

Am einfachsten ist es laut Propublica sich als Musiker*in einen Prominenten-Status zu erschaffen und verifiziert zu werden. Dazu muss eine Webseite angelegt werden, am besten mit Hochglanzbildern. Im nächsten Schritt machten sich die Fake-Promi-Musiker*innen Accounts bei Streaminganbietern wie Spotify und Amazon Musik. Auf diesen Plattformen wurden Alben und Songs hochgeladen.

"Instagram schaut da offenbar nur sehr flüchtig drauf."
Michael Gessat über die Verifikationsabteilung bei Instagram

Tatsächlich hochgeladen wurde allerdings in den meisten Fällen nur Stille oder Soundschnipsel. Im nächsten Schritt wurden Streams und gefälschte Rezensionen gekauft. Daraufhin erfasste Google immer mehr die Aktivitäten des Fake-Musikers, was wiederum Instagram auslesen konnte und die Verifikation genehmigte.

Einen blauen Haken als Musiker*in erhielten so ein Schönheitschirurg und noch 300 weitere Menschen, die eigentlich gar keine Musiker*innen sind. Diese fälschlich verifizierten Accounts wurden inzwischen von Instagram gelöscht.