Sonnencreme zieht in die Haut ein. Eine Menge Chemikalien landen so in unserem Körper. Womöglich auch in den Spermien. Und die kriegen nichts mehr hin.

Wenn wir uns mit Sonnenmilch eincremen, nimmt unsere Haut UV-Filter auf, die uns vor Sonnenbrand schützen. Die wirken entweder physisch oder chemisch. Eine Studie hat herausgefunden, dass die chemischen UV-Filter die Funktion von Spermien stören können, weil sie wie Hormone wirken.

Chemische UV-Filter stören die Spermienfunktion

Das Ergebnis der dänischen Studie lautet: Knapp die Hälfte der 29 getesteten UV-Filter stört die Spermienfunktion. "Stören" bedeutet, dass das Spermium in seinem programmierten Plan gestört wird und nicht mehr "weiß", was es zu tun hat. Am Ende ist es dann so energielos, dass es bei der Eizelle nicht ankommt. Aber: Getestet wurde nur, wie Spermien im Reagenzglas auf die Stoffe reagieren. Ob die schädlichen Sonnencreme-Bestandteile es nach dem Eincremen wirklich bis zu den Spermien schaffen, wurde nicht untersucht.

"Gar nicht Eincremen ist sicher ungesünder."
Matthis Dierkes, DRadio Wissen

Das Gesicht gegen Sonnenbrand zu schützen bleibt unproblematisch. Die Forscher befürchten aber: Wer sich für den Strandtag in Badehose gründlich mit Sonnenschutz einreibt, beeinträchtigt bereits seine Spermienfunktionen. Auch ein Check der Inhaltsstoffe bringt nicht sehr viel, denn sie sind einfach in sehr vielen Sonnencremes enthalten.

Die problematischen Stoffe heißen unter anderem: Octylsalicylat, Avobenzon oder Padimat-O. Sie sind nicht nur in Sonnencremes zu finden. Enthalten sind sie außerdem in Lippenstiften mit UV-Schutz, weiteren Kosmetikprodukten und auch in Zahnpasta. Da der Verzicht auf alle diese Produkte kaum möglich ist, kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die Zulassungsbehörden reagieren müssen. Vor der Freigabe für den Markt sollten gerade Produkte mit UV-Filter genauer geprüft werden.