Für den US-Präsidenten Barack Obama ist es klare Sache: Nordkorea bedroht das Filmstudio Sony. Dafür soll der Schurkenstaat in angemessener Weise bestraft werden. Der Hacker-Angriff auf Sony und die Terrordrohungen gegen den Film "The Interview" weiten sich zur Staatsaffäre aus.

Schuld ist ein eher dämlicher Film. In "The Interview" schleichen sich die Schauspieler Seth Rogen und James Franco als Journalisten getarnt in Nordkorea ein, um dort Diktator Kim Jong-un zu töten. Zitat aus dem Film: "Kim Jong-uns Volk glaubt alles, was er ihm erzählt. Sogar dass er mit Delfinen sprechen kann. Oder dass er weder uriniert noch Stuhlgang hat." Eine übertriebene Nordkorea-Persiflage - für Nordkorea nichts weniger als eine Kriegshandlung.

Die Hacker-Gruppe "Guardians of Light" droht: Sollte dieser Film gezeigt werden, gibt's Anschläge auf die Kinos. Wer hinter den Guardians steckt, ist nicht bekannt. Aber: "Laut FBI gibt es genug Hinweise, dass Nordkorea zumindest verwickelt ist", sagt Ronald Menn von den DRadio-Wissen-Nachrichten. Also sollte Nordkorea auch Konsequenzen zu spüren bekommen, so die Haltung von Barack Obama. Wie die aussehen könnten, sagt er nicht.

Nordkorea gibt sich unschuldig und zufrieden

Nordkorea bleibt dabei auf seinem Standpunkt: Man habe nichts mit dem Hackerangriff zu tun, es gebe sogar Beweise für die eigene Unschuld. Kim Jong-un freut sich aber erstmal über die Aktion: "The Interview" wird nicht zu Weihnachten in die Kinos kommen.

"Sony hat es in der Hand, was sie mit dem Film machen. Es gibt die feste Absicht, ihn zu zeigen. Vielleicht direkt auf DVD oder auch im Netz."
Ronald Menn von den DRadio-Wissen-Nachrichten über "The Interview"

Doku-Filmer Michael Moore ist übrigens der Meinung, Nordkorea sollte nun noch viel mehr Forderungen stellen, um Hollywood ordentlich revolutionieren, und macht selbst ein paar Vorschläge: