Das Wachstum von Twitter stagniert, und das Netzwerk wirft kaum Geld ab. Die Inhaber wollen es verkaufen - aber an wen? Der US-amerikanische Journalist Nathan Schneider schlägt vor, dass die Nutzer es kaufen und eine Genossenschaft bilden.

The Internet of ownership nennt Nathan Schneider diesen Ansatz, der dem Wunsch nach Demokratisierung der Sozialen Netzwerke entspringt. Doch Twitter als Genossenschaft wäre ein teurer Spaß: Neun Milliarden Dollar würde das Netzwerk kosten.

Neun Milliarden US-Dollar

Es gibt verschiedene Ideen wie die Nutzer die Summe von neun Milliarden US-Dollar aufbringen können. Zum Beispiel könnten ein Prozent der User, das sind ungefähr drei Millionen Leute, Twitter kaufen, machen eine Genossenschaft daraus und lassen sich dann durch eine geringe Nutzungsgebühr wieder ausbezahlen, sodass das Netzwerk am Ende allen gehört.

"Twitter as a case is a chance to open our imagination. But I think in the long term this is extremely possible. This is a model that has been used for large media essential utilities in the past."

Unser Leben wird immer stärker von einigen wenigen Internetfirmen wie Google und Amazon bestimmt. Wir kommunizieren über sie, bestellen Bücher, Kleidung und essen oder finden dort unsere Jobs. Ein Beispiel dafür ist auch Airbnb - das Unternehmen ist 30 Milliarden Dollar wert.

Mehr Nutzen für jeden durch Genossenschaften

Die Firma bietet Übernachtungsmöglichkeiten an, besitzt aber kein einziges Hotel, sondern nutzt unsere Wohnungen und die Infrastruktur unserer Städte. Das Angebot von Airbnb verursacht sogar zum Teil, dass Mieten steigen. Denn manche Haus- und Wohnungseigentümer bieten ihre Wohnungen lieber auf Airbnb an, als einen Mieter dort wohnen zu lassen. Kapitalismus beruht darauf, dass es dem Unternehmen um den eigenen Profit geht.

Die gleiche Geschäftsidee wäre auch als Genossenschaft möglich und würde dann der Allgemeinheit zu Gute kommen. Zumindest ist es der Plan der Gründer von Fairbnb das zu beweisen. Und das Konzept ließe sich auf viele andere Unternehmen übertragen. Es wäre demokratisch in dem Sinne, dass der Nutzer Mitbestimmungsrecht hätte und je nach Genossenschaft auch die Möglichkeit finanziell zu profitieren, wenn Gewinne auf Mitglieder umgelegt würden.