Matthias Quent erforscht die Ziele und Strategien rechtsradikaler Gruppen in Deutschland. Eine zentrale Erkenntnis: sie setzen vor allem auf eine Emotion.

Es gibt das Sprichwort "Angst ist kein guter Ratgeber". Doch genau auf diese Emotionen setzen der Analyse von Matthias Quent zu Folge rechtsradikale und rechtsextreme Gruppierungen in Deutschland. "Sie wollen das Level der Empörung stets aufrechterhalten, damit keiner reflektieren kann", sagt Quent. Der promovierte Soziologe und Rechtsradikalismus-Forscher leitet das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena.

Rechtsradikal verstärken Ängste

Würden die Menschen reflektieren, würden sie möglicherweise merken, dass ihre eigenen Ängste und Sorgen durch rechtsradikale Gruppen, zu denen Quent auch die AfD zählt, nicht aufgelöst, sondern im Gegenteil noch verstärkt würden.

Die geschürten Ängste sollen benutzt werden, um folgender Logik zu dienen, sagt Quent: Die Gesellschaft steuere angeblich auf den Niedergang zu. Deswegen brauche es radikale Lösungen. Und die passende Sprache dazu. So werden aus Flüchtlingen "Invasoren", gegen die man sich wehren muss. Und aus Gewalttaten wird "Widerstand". Es ist ein klassischer rhetorischer Trick: Die Umkehr von Opfer und Täter.

"Grundlegend für diese rechtsextremen Gruppen sind radikale Ungleichheitsvorstellungen. Sie stellen die liberale Demokratie in Frage."
Matthias Quent, Leiter des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena

Grundlegend für diese rechtsextremen Gruppen seien radikale Ungleichheitsvorstellungen, so Quent. "Sie stellen die liberale Demokratie in Frage." Das mache der Fraktionsvorsitzende der AfD in Thüringen, Björn Höcke, genauso wie der Verleger Götz Kubitschek oder der Journalist Jürgen Elsässer.

Ziele und Strategien Rechtsradikaler erkennen

In Eine Stunde Talk erzählt Matthias Quent, welche Ziele rechtsradikale Gruppierungen verfolgen, welche Strategien sie einsetzen und welche Erfahrungen er persönlich mit Rechtsradikalen gemacht hat.