In Spanien geht es wirtschaftlich aufwärts. Während der Wirtschaftskrise sind viele junge, hoch qualifizierte Spanier ausgewandert, die Jugendarbeitslosigkeit war utopisch hoch. Viele von ihnen kamen nach Deutschland. Und jetzt? 

Fakt ist: Es gibt wieder mehr Jobs in Spanien – allerdings nicht die, die sich die Auswanderer erhoffen. Unser Korrespondent Marc Dugge hat mit der 30-jährigen Elisa gesprochen. Viele junge Spanier glauben immer weniger daran, dass sich die Lage verbessert.

​"Es gibt kaum Arbeit und die Gehälter sind niedrig. Zuversicht? Fehlanzeige."
Elisa, 30, Spanierin

Eine richtig große Optimismuswelle hat Spanien nicht erfasst. Auch wenn die Zahlen eigentlich ganz gut sind. Vor allem in der Tourismusbranche sind viele Jobs entstanden. Spanien profitiert hier von der Flaute in der Türkei, Ägypten oder in Tunesien. Das Problem: Die meisten neuen Jobs sind befristet und nicht besonders gut bezahlt. Also nicht vergleichbar mit früheren Zeiten, als in Spanien im Tourismus auch ohne besondere Ausbildung richtig viel Geld verdient werden konnte. 

Mehr Förderung für Wissenschaft und Forschung gefordert

Trotzdem kommen gut ausgebildeten Kräfte zurück - nicht weil sie darauf setzen, in Spanien genauso gut zu verdienen wie im Ausland -, sondern weil sie zu ihren Familie oder in ihre Heimat zurückkehren und etwas aufbauen wollen, erklärt Marc Dugge. Ein Grund ist: Wer vor fünf, sechs Jahren besonders hart von der Krise getroffen wurde, ist jetzt Anfang 30 und hat nicht den optimalen Einstieg ins Arbeitsleben gefunden. 

"Wir sind jetzt auch schon ein bisschen älter. Deswegen wollen uns die Unternehmen nicht mehr als Praktikanten beschäftigen. Die wollen lieber frische Absolventen."
Pablo, Spanier

Viele von ihnen verkaufen jetzt Versicherungen oder arbeiten als Verkäufer – alles Jobs, für die sie nicht studiert haben müssten. Damit auch Hochqualifizierte wieder eine Perspektive haben, muss Spanien wieder mehr in Forschung oder Entwicklung investieren, sagt Marc Dugge.

Gerade hier hat die spanische Regierung in der Krise den Rotstift angesetzt – und das rächt sich jetzt. Das Problem: Selbst, wenn die spanische Regierung etwas ändert, dauert es, bis die Auswirkungen zu spüren sind. Und Zeit haben viele Spanier, die jetzt eigentlich in den besten Jahren sind, nicht. Für sie ist die Sache schon gelaufen – sie müssen zusehen, wie sie über die Runden kommen.