Auf dem SPD-Sonderparteitag am 22. April wird der Parteivorsitz gewählt: Zur Auswahl stehen Andrea Nahles und Simone Lange. So oder so: Zum ersten Mal übernimmt eine Frau diesen Job. Schwerste Aufgabe für sie: Die Partei aus dem Stimmentief zu holen. Wir sprechen mit der Politikwissenschaftlerin Maria Thürk.

Beim Sonderparteitag der SPD am 22. April in Wiesbaden wird der Bundesvorsitz gewählt: Aussichtsreichste Kandidatin ist Andrea Nahles. Sie freut sich auf jeden Fall auf diesen neuen Job.

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Andrea Nahles sei zwar in der Bevölkerung nicht so populär wie zum Beispiel Olaf Scholz oder Heiko Maas, sagt die Politikwissenschaftlerin Maria Thürk. Doch einiges spreche für die Politikerin als Partei-Chefin. Vor allem habe sie innerhalb der SPD viel Rückhalt.

"Andrea Nahles ist innerhalb der SPD sehr angesehen und hat gute Netzwerke gebaut."

Andrea Nahles war von 2009 bis 2013 SPD-Generalsekretärin. Später hat sie in der Großen Koalition das Arbeitsministerin übernommen. Sie ist in der SPD dem linken Flügel zuzuordnen, von dem sie auch unterstützt wird. Aber sie ist ebenso beim pragmatischeren rechten Flügel anerkannt, sagt Maria Thürk.

Simone Lange fordert echten Wettbewerb

Bei der Wahl zur Parteichefin hat Andrea Nahles lediglich eine Gegenkandidatin: die Flensburger SPD-Oberbürgermeisterin Simone Lange. Sie macht mit ihrer Kandidatur auch ihrem Ärger Luft, dass der Bundesvorstand wieder quasi eine Person durchdrücken will - ohne eine Diskussion oder einen richtigen Wettbewerb zuzulassen. Simone Lange will deshalb eine Alternative bieten, auch für jene Parteimitglieder, die wie sie, die Große Koalition ablehnen.

Ohne die Verbindungen zu den einflussreichen Personen innerhalb der Partei, sei die Arbeit als Parteichefin schwierig, sagt Maria Thürk. Andrea Nahles habe dieses Netzwerk, das sie bei der Lösung innerparteilicher Konflikte nutzen kann.

"Nahles ist bekannt dafür, dass sie sehr gut reden kann. Auch dass sie innerhalb der Partei sehr gut überzeugen kann."

Aber auch für Andrea Nahles wird es nicht einfach werden. Als neue Parteichefin wird von ihr erwartet, dass sie die SPD aus dem Stimmentief herausholt. Laut aktuellem Politbaromater liegt die Partei derzeit bei 19 Prozent. Das liegt unter dem Wahlergebnis bei der Bundestagswahl, sagt Maria Thürk.

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