Die Produktion von Sportartikeln ist vor Jahren ins vermeintlich billigere Ausland verlagert worden. Jetzt stellen Firmen wie Adidas fest, dass sich das nicht rechnet - und verlagern die Produktion wieder zurück nach Deutschland.

Sportartikel sind meist schon ein Jahr alt, bevor wir sie in deutschen Geschäften zu kaufen bekommen. Gefertigt wird in Asien, dann werden die Artikel mit dem Schiff nach Europa transportiert und sind im Schnitt zwischen 40 und 50 Tagen auf See. Bei so einer langen Produktionsentwicklung, Fertig- und Bereitstellung können die Unternehmen nicht flexibel auf Trends oder Flops reagieren. Gefällt den Kunden ein bestimmter Sportschuh nicht, lässt sich die Produktion nicht mehr stoppen, weil er am anderen Ende der Welt schon fertig produziert ist.

Adidas will näher an den Markt

Kein langer Transportweg und schnelle Produktion auf Nachfrage: Mit der Speedfactory will Adidas flexibel und spontan auf Trends und Vorlieben reagieren. Die Schuhe sollen in Ansbach hergestellt werden. Die Sohle kommt aus dem 3D-Drucker, die mit den übrigen Einzelteilen von Robotern zusammengesetzt werden. Zunächst sollen 500.000 Schuhe so produziert werden. Das ist im Vergleich zur Gesamtproduktion von 300 Millionen im Jahr noch ein verschwindend kleiner Bruchteil.

"Es hat Nachteile, wenn man Schnäppchenjäger ist: Wenn auf den Punkt produziert wird, dann wird es irgendwann keine Auslaufmodelle mehr geben."
Sandra Pfister, DRadio Wissen

Adidas und andere Firmen wie Ravensburger ziehen ihre Produktion mehr und mehr aus den Billiglohnländern zurück und siedeln sie wieder nahe am Absatzmarkt an. Die einfachen Tätigkeiten werden heute nach und nach von Robotern übernommen und Einzelteile können einfach mit 3D-Druckern hergestellt werden. Unterstützt wird der Trend von der mangelnden Zufriedenheit der Unternehmen mit der Qualität der Waren aus den Billiglohnländern.

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