Das Anfertigen eines guten Spickzettels kann für eine Prüfung hilfreich sein. Denn: Beim Schreiben denken wir noch mal über Kursinhalte nach und fokussieren uns dabei auf das Wesentliche.

Einen Spickzettel während der Klausur dabei haben: Das ist in den Kursen von Gerald Gerlach, Professor für Festkörperelektronik an der TU Dresden, erlaubt:

Die Studierenden dürfen ein DIN-A4-Blatt zu ihrem oder seinem persönlichen Spickzettel machen. Das Zusammenfassen der Kursinhalte auf einen einzigen Zettel ist wichtig, um sich gut auf eine Klausur vorzubereiten, sagt Gerlach.

Spickzettel schreiben und Inhalte aufs Wesentliche reduzieren

Denn: Beim Schreiben des Spickzettels denken wir noch mal über die Inhalte nach. Beim Anordnen der Themen auf dem Zettel strukturieren wir sie und erstellen so ein Konzept. "Durch diesen Prozess verinnerlichen wir das Wissen nachhaltiger", sagt der Neurowissenschaftler Henning Beck.

Schreiben wir den Spickzettel zudem per Hand und arbeiten mit einem Papierblatt, dann beschränken wir uns automatisch auf das Westliche. Das aktiviert Areale in unserem Gehirn, die uns beim Abrufen des Wissens später helfen.

Tippen ist nicht empfehlenswert, weil wir uns hier in der Regel eher darauf konzentrieren, möglichst schnell und viel zu tippen. Der Prozess des Strukturierens und Anordnens ist dann vergleichsweise schwächer ausgeprägt.

Farben und geometrische Formen

Um ihren Spickzettel lesen zu können, dürfen die Studierenden in Prüfungen von Gerald Gerlach auch eine Lupe benutzen.

Ein ganzes Skript zusammenzufassen und aufzuschreiben ist nicht so effektiv, sagt Henning. Die grafische Darstellung ist entscheidend: Ordnen wir die Inhalte des Skripts in Form von geometrischen Figuren an, zum Beispiel einer Mindmap, prägen wir uns die Struktur des Spickzettels besser ein.

Je mehr wir zusätzlich mit Farben, Unterstreichungen und Mitteln arbeiten, die Wichtiges hervorheben, desto besser können wir die Inhalte des Spickzettels im Anschluss abrufen. "Wir merken uns nicht nur, was auf dem Zettel steht, sondern vor allem, wie es dort steht", sagt Henning.

"Je farbiger und geometrischer ich arbeite, desto besser Speicher ich mir die Struktur ab."
Henning Beck, Neurowissenschaftler

Das belohnt auch der Prof: Gerald Gerlach sammelt die Spickzettel der Studierenden und vergibt Preise. Unter seinen Favoriten sind besonders übersichtliche, strukturierte und bunte Exemplare.

Nun sind in der Regel Spickzettel in Schule und Uni nicht erlaubt, und wir müssen alles auswendig lernen. Hier kann man nun fragen, wie zeitgemäß das noch ist, wo wir doch dank Internet immer die Möglichkeit haben, zum Beispiel Formeln und Definition jederzeit nachzugucken.