Die Opferzahlen sind offiziell nicht bekannt, die Polizei rechnet aber mit einer hohen Dunkelziffer bei den Spoiler-Geschädigten. Doch mit Hilfe von staatlicher Seite ist nicht zu rechnen.

Die mündliche Verbreitung von Serien- und Filmenden steht nicht unter Strafe und so kommt es immer wieder zu Opfern. Hendrik Efert ist bei seinen Recherchen auf Entwürfe für Richtlinien in den USA und für die EU gestoßen, doch keiner der Entwürfe hat es zur Gesetzesreife geschafft. Geplant war eine Regelung, die Erscheinungsjahr plus drei Jahre rechnet, der sogenannten Spoilerhalbwertszeit.

"Wir sind hierzulande aber an auch geltendes EU-Recht gebunden, das uns nicht erlaubt, auf eigenem Wege Spoiler-Richtlinien zu erlassen."
Sieglinde Schmidt-Koschinksi, Rechtswissenschaftlerin und Expertin für Spoilologie

Die EU-Kommission hat schon vor vier Jahren über die Spoiler-Zeit beratschlagt. Ihre Ergebnisse sind damals in ein zusammenfassendes Papier geflossen, wurden jedoch in keinem Mitgliedsland bis heute ratifiziert. Geschädigte wie Gefährdete werden wohl noch lange auf den gesetzlichen Schutz warten müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Organisationen und Verbände bald der Problematik annehmen.