Beim Spoofing wird die Telefonnummer-Anzeige manipuliert. Betrüger erpressen so Einwanderer: Sie geben sich als Behörde aus und drohen mit Abschiebung.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) warnt vor Verbrechern, die versuchen, mit der Angst vor Abschiebung Geld zu machen. Per Spoofing-Anruf fordern sie von Asylsuchenden Geldbeträge, um im Gegenzug im Land bleiben zu können. Die Masche funktioniert über einen technischen Trick: Die Betrüger manipulieren die Telefonnummer-Anzeige und behaupten dann, sie seien vom Bamf, von der Polizei oder geben vor, Anwälte zu sein.

Die Betrugsversuche fingen 2013 an, bisher hat die Behörde 22 Fälle gezählt. So viele, dass das Amt nun eine Warnung auf seine Webseite gestellt hat.

"Die Anrufe stammen nicht vom Bundesamt. Flüchtlinge sollten am Telefon auf keinen Fall persönliche Daten preisgeben und den Erpressungsversuch beim Bamf melden."
Stefan Maas, DRadio-Hauptstadt-Korrespondent

In einem Fall wurde vergangenes Jahr eine Studentin in Marburg kontaktiert. Die Frau kommt ursprünglich aus Indien. Auf ihrem Handydisplay erschien eine Nummer aus Nürnberg, dort sitzt das Bamf. Den Betrügern waren sogar persönliche Details über die Studentin bekannt. Eine fiese Masche, sagt unser Hauptstadtkorrespondent Stefan Maas. 

"Das ist wie der Enkeltrick - nur auf einer technisch raffinierteren Ebene."
Stefan Maas, DRadio-Hauptstadt-Korrespondent

Nie am Telefon

Bei solchen Anrufen sollten Asylsuchende sehr skeptisch sein, sagt unser Korrespondent Stefan Maas. Prinzipiell verlange das Bamf niemals telefonisch Geld und erfrage auch keine persönlichen Daten auf diesem Weg. Finanzielle Forderungen von Behörden kämen in Deutschland immer schriftllich per Post. 

Im Zweifel: Zurückrufen

Deshalb rät Stefan Maas den Flüchtlingen: wachsam sein und nichts verraten. Und im Zweifel: Zurückrufen. Denn spätestens dann wird sich im Betrugsfall herausstellen, dass die Behörde nichts von einer Geldforderung weiss.