#metoo kennen wir. Sexuelle Übergriffe gibt es aber nicht nur in der Filmindustrie, sondern auch im Sport. Unter dem Hashtag #CoachDontTouchMe melden sich jetzt Boxerinnen zu Wort.

Mehrere bekannte deutsche Boxerinnen haben den Hashtag #CoachDontTouchMe ins Leben gerufen - Susi Kentikian, mehrfache deutsche Meisterin und Weltmeisterin im Boxen, twittert unter dem Hashtag. Auch die Boxerinnen Joelle Seydou, Ornella Wahner und Sarah Scheurich melden sich zu Wort. 

Im deutschen Boxsport sind die allermeisten Trainer und Betreuer Männer. Die Sportlerinnen sagen, dass dieser Umstand zum Problem werde, wenn die Trainer ihre Nähe zu den Sportlerinnen und auch ihre Machtposition ausnutzen und sich sexuell an ihnen vergreifen. Susi Kentikian etwa sagt, dass sie mit vielen Kolleginnen gesprochen hat und wütend darüber sei, was den Frauen passiert ist.

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Es gibt einen Vorfall im Hamburger Boxverband, der jetzt unter dem Hashtag immer wieder erwähnt wird. Hier soll ein wichtiger Boxtrainer eine Nachwuchsboxerin vergewaltigt haben, als sie 17 Jahre alt war. Sie hatte ihn später angezeigt. Er wurde zwar suspendiert, arbeitet jetzt aber wieder für den Boxverband. Die NDR-Sendung Panorama hat über den Fall berichtet.

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Solche Vorfälle passieren nicht nur im deutschen Boxsport, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Carolin Bredendiek. 2016 gab es auch im englischen Fußball ähnliche Vorwürfe. Spieler hatten ihren Jugendtrainern vorgeworfen, sie sexuell missbraucht zu haben. 

Auch in den USA gibt es aktuell einen ähnlichen Skandal: Larry Nassar, Arzt beim amerikanischen Turnverband, soll mehr als 140 Turnerinnen missbraucht haben. Die Turnerin und Olympiasiegerin Simone Biles etwa sagt, dass sie zu den Opfern gehört.

Studie zu Belästigungen

Einblicke in das Thema liefert die Studie "Safe Sport - Schutz von Kindern und Jugendlichen im organisierten Sport in Deutschland". Darin wird deutlich: Von den Leistungssportlern und -sportlerinnen, die befragt wurden, hat mehr als ein Drittel schon sexualisierte Gewalt durch Trainer, Ärzte oder andere Sportler gleich welchen Geschlechts erlebt. 

Ihnen wurden Nacktbilder geschickt oder sie wurden unangemessen angefasst. Drei Prozent gaben an, gegen ihren Willen geküsst oder sogar zum Sex gezwungen worden zu seien. Athletinnen sind laut dieser Studie deutlich häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als Athleten.

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  • Die Schweigekultur brechen | Anne Wizorek, Feministin und Initiatorin des Hashtags #Aufschrei, zur #metoo-Debatte
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