Dein Fernseher belauscht Dich! Jedenfalls, wenn er von Samsung kommt und Sprachsteuerung beherrscht. Da warnt der Elektronikriese: "Bitte seien Sie sich bewusst, dass Ihre gesprochenen Worte aufgezeichnet und an einen Drittanbieter geschickt werden."

Einen Smart-TV von Samsung mit Sprachsteuerung kann man auf zwei verschiedene Arten bedienen: Entweder drückt der Fernsehgucker erst einen Knopf auf der Fernbedienung und sagt dann seinen Sprachbefehl - oder der Fernseher ist im Dauerlausch-Zustand. Da wartet der Fernseher auf das Kommando "Hi Samsung".

Der Fernseher lauscht auf sein Kommando

Das Problem ist: Die Spracherkennung bei Samsung findet nicht im Gerät selbst, sondern auf einem Server im Netz statt. Das bedeutet: Um das Kommando zu erkennen, muss der Fernseher jedes Wort an den Server schicken und dort auswerten lassen. Spätestens, wenn die Server bei einem Drittanbieter stehen, haben wir die Kontrolle über unsere Wohnzimmer-Gespräche verloren. Samsung selbst lehnt die Verantwortung für die gesammelten Informationen ab.

"Samsung ist nicht verantwortlich dafür, wie diese Drittanbieter Privatsphäre- und Sicherheits-Maßnahmen umsetzen"
Linzenzvereinbarungen von Samsung

Markus Beckedahl von Netzpolitik.org hat den Hinweis in den Lizenzvereinbarungen von Samsung entdeckt: "Bitte achten Sie darauf, nichts Privates vor unseren SmartTVs zu erzählen." Er geht davon aus, dass in anderen Geräten mit ähnlicher Spracherkennungstechnik etwas Vergleichbares stehen müsste. Zum Beispiel Googles Datenbrille Glass, die Playstation 4 oder das Smartphone funktionieren auch so.

"Ich halte es im Moment nicht für wahrscheinlich, dass Privatgespräche außer für die Spracherkennung ausgewertet werden. Perspektivisch ist das aber natürlich schon denkbar."
DRadio-Wissen-Reporter Sebastian Sonntag über lauschende Fernseher

Grundsätzlich könnt ihr euch aber gegen jede Beschnüffelung schützen: Einfach die Sprachsteuerung abschalten.