Das hat es so noch nicht gegeben: Um das extreme Paketaufkommen zu bewältigen, hat die Deutsche Post im Raum München auch am Sonntag Sendungen zugestellt. Nach Angaben der Post bekommen die Boten die Leistung extra vergütet. Sonntagszustellungen sollen aber die Ausnahme bleiben.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Post derzeit alle Hände voll zu tun. Wegen der Schließung vieler Geschäfte boomt der Onlinehandel. Für gewöhnlich seien an normalen Tagen circa fünf Millionen Pakete im Umlauf, sagt Alexander Edenhofer, Sprecher der Deutschen Post. In diesen Tagen allerdings seien es rund neun Millionen Pakete und damit ein Zuwachs von rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Aufkommen entspreche in etwa dem Vorweihnachtsniveau.

"Wir liegen momentan bei rund neun Millionen Paketen. Das sind 40 Prozent mehr als zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr. Im Grunde genommen bewegen wir uns da schon im Vorweihnachtsniveau."
Alexander Edenhofer, Sprecher der Deutschen Post

Auf das Weihnachtsgeschäft kann sich die Post allerdings über Monate vorbereiten und die Aufstockung von Personal und Fahrzeugen entsprechend planen. Die Pandemie kam völlig überraschend.

Sonntagszuschläge und Freizeitausgleich

Mittlerweile hat die Post 2.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen in Vollzeit angestellt, so unsere Reporterin Sabrina Loi. Die Sonntagszustellung ist eine weitere Maßnahme, um die Situation zu entzerren. Beantragt wurde sie für Berlin und München, die Erlaubnis gab es aber nur für München.

Auf unserem Instagram-Kanal gab es viele Reaktionen und geteilte Meinungen auf die Sonntagszustellung der Post. Von manchen wird die Maßnahme begrüßt, da sie eine Entlastung für die Mitarbeiter verspreche.

Andere zweifeln zum Beispiel an, dass es trotz Sonntagsarbeit mehr Geld für die Angestellten der Post geben werde. Doch laut Sprecher der Deutschen Post soll es Sonntagszuschläge und Freizeitausgleich geben. Außerdem werde niemand zur Sonntagsarbeit gezwungen, so Alexander Edenhofer.

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"Das sind in der Tat Kollegen gewesen, die sich freiwillig dazu gemeldet haben und die bekommen dann entsprechende Sonntagszuschläge und auch Freizeitausgleich."
Alexander Edenhofer, Sprecher der Deutschen Post

Die Sonntagszustellung soll laut Post allerdings nicht zur Regel werden und nur punktuell für bestimmte Regionen beantragt werden, wenn es erforderlich sei. Und auch die Gewerkschaft Verdi mahnt bei der Sonntagsarbeit, dass sie nicht zum Ersatz für zusätzlich benötigtes Personal werden dürfte.

Baldige Entspannung der Lage nicht in Sicht

Dass es mit den Lockerungen der Covid-19-Beschränkungen zu einer baldigen Entspannung der Situation komme, glaubt Edenhofer nicht. Nicht nur die Post sei von der Pandemie überrascht worden, auch die Händler selbst dürften nicht darauf vorbereitet gewesen sein. Es dürfte auch ihnen kaum gelungen sein, die Kapazitäten kurzfristig hochzufahren und die Pakete fertigzumachen.