Die Gesetze gegen Stalker sind zu lasch. Findet Mary Scherpe, sie ist selbst Stalking-Opfer und bloggt über das Thema. Darüber hat sie auch ein Buch geschrieben, diskutiert mit Justizminister Heiko Maas und macht sich für eine Gesetzesänderung stark. Inzwischen ist ein besseres Gesetz in Sicht.

Das Problem des aktuellen Stalking-Gesetzes sei, dass die Verantwortung komplett beim Opfer läge, sagt Mary: "Das Opfer muss nachweisen, dass die Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt ist." Die Bedingungen dafür seien zum Beispiel:

  • Wohnungswechsel
  • Arbeitsplatzverlust
  • Angst, alleine vor die Tür zu gehen

Das sind ziemlich weitgehende Forderungen. Mary hat versucht, ihr Leben mit dem Stalker so gut wie möglich weiterzuleben und ist mit Blog und Buch an die Öffentlichkeit gegangen - und darum hatten ihre zwei Anzeigen vor Gericht keine Chance.

"Auch wenn die Erfolgsaussichten sehr gering sind, ist es wichtig, zur Polizei zu gehen und Stalking anzuzeigen und bei Behörden Hilfe einzufordern."

Mary hat eine Petition gestartet, schnell kamen 80.000 Unterschriften zusammen und geht damit nun zu Justizminister Heiko Maas. Stalking ist ein Thema im Parlament. Ein neuer Gesetzesvorschlag schiebt die Aufmerksamkeit auf den Täter oder die Täterin. "Es wird dann bewertet, ob die Handlungen des Stalkers geeignet sind, die Lebensgestaltung zu beeinträchtigen."

Freu' Dich über die Aufmerksamkeit!

Marys Situation könnte sich dadurch deutlich bessern. Auf ihrem Blog Eigentlich jeden Tag sammelt sie ähnliche Schicksale. Oft gilt - Stalker gelten als zu nett, Gerichtsverfahren werden aus "Mangel an öffentlichem Interesse" eingestellt.

"Im Vergleich zu anderen Fällen wirklich nicht sehr schlimm. Trotzdem bekomme ich bei jeder unterdrückten oder unbekannten Nummer auf Handy oder Festnetz Herzrasen."