Haustiere begleiten uns, sind Teil unserer Familie. Aber sie werden auch alt und leiden. Dann ist es oft nicht leicht zu entscheiden, ob und wann wir unseren Hund oder die Katze einschläfern sollten.

Unser Moderator Paulus Müller hat einen Kater, aber einen richtigen: Tobi heißt das Tier und wird bald 21 Jahre alt. Tobi geht es immer schlechter, er ist dement, oft mal orientierungslos. Ab und zu mauzt Tobi laut, weil er nur noch sehr schlecht hört. Und er ist abgemagert und hat Schmerzen, wenn er sich hinlegt. Manchmal behält Tobi auch sein Fressen nicht mehr bei sich.

Paulus sieht diese Veränderungen bei seinem Haustier und fragt sich immer öfter: Ist das Leben für den alten Tobi noch zu ertragen? Oder sollte er ihm das Leiden erleichtern und ihn einschläfern lassen?

"Damit ein natürlicher Tod eintritt, müssen wirklich viele Sachen zusammenkommen."
Monika Morlak, Tierärztin

Monika Morlak ist Tierärztin. Bei Katzen, sagt sie, gilt tatsächlich das Prinzip der berühmten sieben Leben: Katzen sterben nach ihrer Erfahrung sogar seltener eines natürlichen Todes im Alter als Hunde. Es dauere sehr lange, bis eine Katze das letzte Mal ruhig und friedlich einschlafe. Da müssten einige Dinge zusammenkommen, so die Tierärztin. Das Tier könne einige Leiden haben, während es seinem Herzen noch gut gehe. Und die Frage sei auch: Ist der Tod einer Katze dann wirklich noch friedlich?

Genau auf das Haustier achten

Damit Haustierbesitzer wie Paulus sich besser entscheiden können, ob sie ihr Tier nun einschläfern lassen sollten oder nicht, gibt Monika Morlak ein paar Szenarien an die Hand: Speziell bei Katzen sei es zum Beispiel oft so, dass sie sich an Orten verstecken, an denen sie vorher noch nie gewesen seien, wenn sie nicht mehr leben wollten. Egal, ob es sich um Katzen handele, die nur in der Wohnung leben oder um "Freigänger". Außerdem sollten wir auch aufmerksam werden, wenn das Tier über Tage hinweg die Nahrungsaufnahme verweigert.

"Bei Hunden ist relativ häufig, dass Hunde einfach nicht mehr aufstehen können, weil sie so starke Arthrose und Schmerzen haben."
Monika Morlak, Tierärztin

Bei Hunden sei es häufig so, dass sie irgendwann gar nicht mehr aufstehen könnten. In so einem Fall ist der Hund komplett auf den Menschen angewiesen – ist der mal nicht da, kann der Hund noch nicht einmal aufstehen, um zu trinken. Erleben wir Situationen wie diese mit unserem Haustier, sollten wir uns in jedem Fall Gedanken machen.

Wenn wir uns dafür entscheiden, unser Haustier einzuschläfern

Ein Tier einschläfern zu lassen, ist nicht leicht. Sollten wir uns aber dafür entscheiden, erwarten uns verschiedene Möglichkeiten – zumindest läuft es so in der Praxis von Monika Morlak ab: Sie macht zum Beispiel Hausbesuche, damit das Tier in seiner gewohnten Umgebung einschlafen kann.

Allerdings warnt die Tierärztin auch, dass diese Methode nicht für alle Menschen sinnvoll sei: Manchmal habe sie beispielsweise ein Tier auf der Couch eingeschläfert und die Besitzer mussten sich danach eine neue Couch kaufen. Nicht, weil diese nicht mehr nutzbar gewesen sei, sondern weil sie es nicht ertragen konnten, das Sofa zu sehen.

Ort und Zeit der Einschläferung abwägen

Daher kann es manchmal einfacher für die Besitzer sein, das Tier in der neutralen Umgebung der Praxis einschläfern zu lassen. Vor allem, wenn die Tiere auch vorher keine Angst vor der Praxis hatten und der Besuch bei ihnen keinen Stress verursacht. Wenn Monika Morlak ein Tier in ihrer Praxis einschläfert, legen sie und das Praxisteam den Termin meist an das Ende der Sprechstunde – so ist das Wartezimmer später nicht mehr voller Menschen und Tiere. Außerdem wird eine Kerze im Wartezimmer angemacht, wenn ein Tier in Monika Morlaks Praxis eingeschläfert wird. Das suggeriere dann auch den verbleibenden Menschen im Wartezimmer, dass sie etwas ruhiger sein sollen.

"Zudem wird bei uns immer im Wartezimmer eine Kerze angemacht, wenn das Tier gehen muss."
Monika Morlak, Tierärztin

Egal wo – das Prozedere des Einschläferns ist immer dasselbe: Monika Morlak spritzt den Haustieren ein Betäubungsmittel. Das führt erst zur Narkose, das Tier wird immer müder, bis am Schluss das Herz stehen bleibt. Das sei wichtig, denn so sei die Euthanasie definiert: erst Narkose, dann Tod. Die Tiere sollen am Ende nichts mehr mitbekommen.