Wer Steuern sparen will, ist in Deutschland genau richtig. Das sagen die Grünen im Bundestag. Oder auch das Netzwerk Steuergerechtigkeit. Und Markus Meinzer, der genau darüber ein Buch geschrieben hat: Steueroase Deutschland.

Das Netzwerk Steuergerechtigkeit weiß, wo reiche Menschen besonders gut Steuern sparen können. Dafür hat es den Schattenfinanzindex erstellt, und Deutschland ist da immerhin auf Rang 8 gelandet, nur knapp hinter Luxemburg und dem Libanon. Die Nicht-Regierungsorganisation sagt deswegen: Deutschland ist ein sicherer Hafen für gestohlene Reichtümer von Diktatoren, für Steuerfluchtgelder. Oder für Mafiavermögen.

"Deutschland bietet Vermögenden und Konzernen aus dem Ausland große Steuergeschenke an und ein hohes Maß an Intransparenz."
Markus Meinzer vom Netzwerk Steuergerechtigkeit

Wer in Deutschland seine Kohle bunkert, muss sich keine großen Sorgen machen, sagt Markus Meinzer vom Netzwerk Steuergerechtigkeit. Selbst Geldwäscher können entspannt sein. Seine Begründung: "In Deutschland gibt es kaum Kontrollen in diesem Bereich." Auch Zinseinnahmen werden in Deutschland nicht versteuert und werden auch nur zu einem Prozent ins Ausland gemeldet. Ausländisches Geld ist bei uns also weitgehend steuerfrei.

Eine verhinderte Lösung: öffentliche Register

Ziel sei es, Deutschland für ausländisches Kapital attraktiv zu machen, sagt Meinzer. "Dafür nimmt man auch in Kauf, dass schmutzige Geschäfte hier abgewickelt werden." Deutschland selbst stelle sich gegen Maßnahmen, die Briefkastenfirmen und Schwarzgeldkonten verhindern könnten: öffentliche Register über die wahren Eigentümer von Firmen. "Das wäre erfolgsversprechender als alle anderen Aktionspläne zusammen."

In solchen Registern würde in Deutschland und Europa festgehalten, wem eine Firma gehört, völlig unabhängig davon, wo eine Briefkastenfirma gegründet wurde. So könnte Geldwäsche effektiv bekämpft werden, sagt Markus Meinzer: "Alle Geldwäscher, Steuerflüchtige und andere Straftäter sind darauf angewiesen, dass es diese Anonymität gibt."