In der Serie "Mythic Quest" geht es um Menschen, die Computerspiele entwickeln. Sie macht das gut, findet eine ehemalige Branchen-Insiderin.

Die Serie "Mythic Quest" läuft bereits in der zweiten Staffel auf Apple TV Plus. Sie handelt von einer Firma, die Games entwickelt, und den Menschen, die dort arbeiten. Auch wenn das Ganze satirisch überspitzt dargestellt ist, bleibt es grundsätzlich glaubwürdig, sagt Gudrun Hoffmann-Schoenborn, die selbst bei einem der größten Spieleentwickler Europas gearbeitet hat.

"Die Typen erkenne ich schon wieder. Einmal den etwas arroganten, selbstverliebten Boss, der sich ein bisschen zu groß findet. Das findet man, wenn man so in die Spielelandschaft guckt, sehr häufig, finde ich.“
Gudrun Hoffmann-Schoenborn, Spieleentwicklerin

Das liegt wohl vor allem daran, dass an den Storys für "Mythic Quest" auch Menschen mitgeschrieben haben, die selbst für die Spielebranche arbeiten.

Das macht diese Serie in Teilen hintergründig, findet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Das gilt längst nicht für alle Serien dieses Sub-Genres. Somit können auch Zuschauer einen Zugang zu "Mythic Quest" finden, die sich nicht für Videospiele interessieren.

Überzogene Gamer-Klischees

Im Gegensatz zu "Mythic Quest" konnte die Serie "Dead Pixels“ unseren Reporter nicht überzeugen. "Dead Pixels" ist eine britische Serie, deren zwei Staffeln ihr in der ZDF-Neo-Mediathek finden könnt.

In der Serie geht es um eine Gruppe von Freundinnen und Freunden, die ihr Leben mit dem Online-Rollenspiel "Kingdom Scrolls" verbringen. Die Serie zeige typische Klischee-Figuren, findet Thomas Ruscher: Ein Mann, der seine Familie vernachlässigt, Meg und Nicky, die zusammen in einer WG wohnen, sich aber meistens nur im Spiel treffen.

Bei den beiden dreht sich alles nur noch darum, Games zu spielen. Für unseren Reporter sind das übertriebene Stereotype, und mit den Charakteren dieser Serie, die er nicht besonders sympathisch findet, kann er sich kaum identifizieren.

Geschichte der Videospiele als Doku-Mini-Serie

Auch die Doku-Serie "High Score", die vergangenes Jahr (2020) erschienen ist, hat sich unser Reporter angesehen. In sechs Episoden geht es um die Geschichte der Videospiele.

Diese Doku-Serie findet Thomas Ruscher unterhaltsam und liebevoll gemacht, aber überhaupt nicht kritisch. Er sagt, ganz offensichtlich seien die Macher von "High Score" Gaming-Fans.

Allerdings gebe es auch spannende Einblicke darin, wie Videospiele in den vergangenen 40 bis 50 Jahren zu dem wurden, was sie heute sind. Unser Reporter findet diese Doku-Serie sehenswert.