Pau kommt gerade aus Patagonien zurück. Dort hat sie eine katholische Kirche bemalt. So bunt wie nur irgend möglich. Eine klare Botschaft. Sie ist eben Artivista.

"Ich möchte mit meiner Kunst was verändern", sagt Paulina Quintanajornet alias Pau. Und das tut sie. Aus einer grauen Kirche in Patagonien macht sie ein Haus aus Regenbogen-Farben. Mauern sind ihre Leinwand. "Ich habe mich von den Farben beeinflussen lassen, die wirklich da sind. Wie die lila Morgenstunden hier", sagt sie. Mit der Reise nach Patagonien hat sie sich einen großen Traum erfüllt.

"Ich sollte mal eine Wand in Teheran bemalen - bis die gemerkt haben, dass ich ein Frau bin."
Street-Art Künstlerin Pau

Geboren wurde Pau in Chile, bevor sie mit ihren Eltern in die DDR floh. "Mit Kunst haben mich meine Eltern still bekommen", erzählt Pau. "Sie haben gemerkt, dass ich meine Stifte immer nach Regenbogenfarben sortiere." Und sie haben Pau zu malen gegeben - erst die Wand im eigenen Kinderzimmer, dann die Wände draußen. Von Thüringen ging es für Pau nach der Wende nach Bayern und schließlich nach Berlin zum Grafikdesign-Studium. 

Frau mit Malerrolle auf einer Tribüne.
© Pau
"Ich habe das Konzept Kunst geheiratet. Es ist meine erste große Liebe", sagt Pau.

Kunst als Therapie

Pau wollte nicht negative Botschaften auf Wände schreiben, sondern positive Energie weitergeben: "Der Regenbogen ist ein Geschenk der Götter. Und ich wollte immer auf zarte Art etwas verändern." Deswegen hat sie das Projekt Wallflowers gegründet, ein Langzeit-Kunstprojekt für Jugendliche. Ihr Symbol: die Mauerblume. Auch darin steckt eine zarte Botschaft: "Die Mauerblume wächst da, wo keine andere Blume wachsen will. Und sie bricht Wände auf."

In Eine Stunde Talk erzählt Pau, was sie auf die Berliner Mauer malen würde, warum Regenbogen magisch sind und was sie als Artivista anstellt.