Wissenschaftler haben den genetischen Code der Stubenfliege geknackt. Das könnte für die Immunforschung interessant sein, aber auch für die Abfallentsorgung.

Wissenschaftler aus mehreren Ländern haben die Gene von sechs weiblichen Fliegen analysiert und die dazugehörige knapp 700 Megabyte umfassende Datei im Open-Access-Magazin "Genome Biology" veröffentlicht.

Die Stubenfliege ist immun gegen fast alles

Nützlich kann der Code in drei Bereichen sein. Zum einen können Wissenschaftler die Fliege nun besser bekämpfen. Seit Jahrzehnten versuchen Forscher Insektizide gegen sie zu entwickeln, aber die Tiere schaffen es immer wieder, gegen die Mittel immun zu werden. Denn Stubenfliegen sind nicht nur lästig: Zum Beispiel werden pro Jahr sechs Millionen Kinder blind, weil sie sich über Fliegen mit Bindehautentzündung anstecken.

Zum anderen kann uns die Fliege in der Immunforschung nützlich sein. Denn anscheinend ist sie selbst immun gegen so gut wie alles. Sie gibt die Krankheitserreger weiter, aber stirbt selbst nicht daran.

Fliegen haben spezielle Entgiftungs-Gene

Außerdem könnte die Fliege für die Müllbekämpfung wichtig sein. Denn die Larven der Fliege ernähren sich von Stoffen, die sich zersetzen, dazu gehören Dung oder auch Exkremente. In den Genen der Fliege haben die Forscher spezielle Entgiftungs-Gene entdeckt. Diese produzieren Proteine, die der Fliege helfen, Abfall aufzuspalten. Das könnte dem Menschen wiederum dabei helfen, mit den Müllbergen fertig zu werden - zumindest mit denen, die kompostierbar sind.