"Und der Preis für den schlimmsten Ohrwurm geht an..." Forscher der Universität London haben nicht nur abstimmen lassen, welche Songs besonders nervige Wiederkäuer sind, sondern auch versucht herauszufinden, was diese gemeinsam haben.

Der Song geht einem nicht aus dem Kopf - Im Fachterminus heißt dieses Phänomen "INMI - involuntary musical imagery". Britische Forscher wollten nun wissen, woran das liegt, dass einige Songs hier besonders viel Potenzial entfalten. Dazu haben sie zwischen 2010 und 2013 rund 3.000 Probanden befragt. Und die Teilnehmer waren sich einig, dass ein Lied den größten Ohrwurm-Alarm auslöst: "Bad Romance" von Lady Gaga.

Natürlich beließen die Forscher es nicht bei dieser Erkenntnis. Sie stellten Samples aus verschiedenen Songs zusammen. Eine Liste mit "unauffälligen" Songs, eine mit besonders schweren Ohrwürmer. Hieraus leiteten sie Gemeinsamkeiten ab. So sind die Lieder, die hängen bleiben, fast alle ziemlich schnell und sie haben eine spezielle Melodie, die oft erst aufwärts und dann wieder abwärts geht. Im Prinzip wie bei Kinderliedern.

Der "Mitsing-Faktor" ist nicht alles

Das man locker miträllern kann, reicht aber laut der britischen Forscher nicht, damit das Lied wirklich zum Ohrwurm wird. Es braucht besondere, außergewöhnliche, neue Elemente und Sounds. Das ist etwa Lady Gagas "Oh-oh-oh-oh-oh!"-Refrain. Und auch der Deep-Purple-Klassiker "Smoke on the water" bleibt hängen, selbst, wenn er nicht der Inbegriff des Mitsing-Schlagers ist.

Klassische Ohrwürmer haben also idealerweise beides: Mitsing-Qualitäten und "das gewisse Etwas". Als goldene Hit-Formel funktioniert ihr Ohrwurm-Grundrezept aber nicht, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Damit eine Komposition einschlage, brauche es noch etwas mehr: Die Stimme des Sängers oder der Sängerin, den Text oder bestimmte Instrumente, die rausstechen.

Besonders anfällig dafür sind im Übrigen Leute, die ohnehin gerne mitsingen. Solltet ihr es also nicht ohne Ohrwurm aus diesem Text geschafft haben ("Oh-oh-oh-oh-oh"), bleibt uns noch ein letzter Tipp: Wirklich dagegen helfen soll Kaugummi kauen.