Viele Studierende wissen nicht mehr, wie sie ihr Studium finanzieren sollen. Nebenjobs sind wegfallen. Aber es gibt Möglichkeiten. Wir geben Tipps.

Auch Studierende hat die Corona-Krise hart getroffen. Viele, die finanziell auf Nebenjobs angewiesen sind, haben jetzt keine Kohle. Wer beispielsweise kellnert, hat in den letzten Wochen und Monaten nichts zu tun gehabt und wird es so schnell auch nicht.

Möglichkeiten, als Studierende an Geld zu kommen

Trotz Corona-Krise laufen die Kosten weiter. Bücher müssen bezahlt, der Kühlschrank muss voll gemacht und nicht zuletzt muss die Miete überwiesen werden. Entweder die Eltern springen ein und überbrücken die Phase, oder es wird eng. Um als Student oder Studentin an Kohle zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Arbeitslosengeld
  • Bafög
  • Soforthilfe
  • Kredite
  • Stipendien

Nur wenige haben Anspruch auf Arbeitslosengeld

Gehen wir das alles der Reihe durch. Beim Arbeitslosengeld ist es schon mal gar nicht so einfach. Wer als Student seinen Job verliert, hat keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Logik dahinter ist zwar nicht erfreulich aber simple: Wer studiert, ist ja nicht arbeitslos.

Allerdings gibt es zwei Sonderfälle: Unter Umständen habt ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn ihr in Teilzeit studiert. Das muss aber vorher so beantragt worden sein. Teilzeitstudenten seid ihr nicht automatisch, weil ihr nur alle zwei Wochen zur Uni geht. Habt ihr das Teilzeitstudium beantragt, kann es sein, dass ihr – abhängig davon, was ihr vorher gearbeitet habt – Arbeitslosengeld bekommt.

Im Härtefall Hartz IV

Der andere Sonderfall betrifft Studentinnen und Studenten, die einen Härtefall nachweisen können. Sie können Hartz-IV-Leistungen beantragen. Das wird aber immer individuell entschieden. Beispielsweise hätten werdende Mütter, die auf einmal viele Sachen für das Baby anschaffen müssen, einen Anspruch. Wer glaubt, dass bei ihm ein Härtefall vorliegt, kann sich bei der Arbeitsagentur melden und dort nachfragen.

Bafög-Antrag stellen

Vielleicht ist die Corona-Krise jetzt auch noch mal eine gute Gelegenheit, um über einen Bafög-Antrag nachzudenken. Viele lassen es bleiben, weil sie keinen Bock auf die Antragsformulare haben. Ob man einen Anspruch hat, kann man leicht testen; dazu einfach den Bafög-Rechner des Deutschen Studentenwerks aufrufen – hier bekommt ihr schon mal eine gute Orientierung.

Es kann im Übrigen auch sein, dass ihr jetzt auf einmal bafög-berechtigt seid, auch wenn ihr es vorher nicht wart. Beispielsweise, weil eure Eltern wegen der Corona-Krise jetzt in Teilzeit arbeiten.

Wichtig ist bei Bafög zu wissen, dass ihr es zurückzahlen müsst. Allerdings zinslos und auch nur bis zu einer Höchstgrenze von gut 10.000 Euro.

Neu: Antrag auf Soforthilfe – aber nur für drei Monate

Wenn es mit dem Antrag auf Bafög nicht hinhaut oder keine Option für euch ist, vielleicht ist der Antrag auf Soforthilfe vielversprechender. Das geht ab kommender Woche bei den Studentenwerken; aber nur für die Monate Juni, Juli und August. Maximal 500 Euro könnt ihr pro Monat bekommen und das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Allerdings müsst ihr den Antrag jeden Monat neu stellen.

KfW bietet spezielle Studien-Kredite

Eine Alternative zu diesen 500 Euro Soforthilfe wären Studienkredite der KfW. Die kann jeder aufnehmen, der studiert, egal ob Erst-, Zweit- oder Teilzeitstudium, egal wie viel die Eltern verdienen. Da bekommt ihr zwischen 100 und 650 Euro monatlich für maximal 14 Semester. Aber auch hier müsst ihr das Geld zurückzahlen. Allerdings wegen der Corona-Krise aktuell ohne Zinsen. Diese Regelung gilt bis zum 31. März 2021.

Chance auf ein Stipendium nutzen

Die letzte Möglichkeit, um an Geld zu kommen, ist das Stipendium. An das Thema trauen sich viel gar nicht erst ran, weil sie glauben, dass es nur etwas für hochbegabte Überflieger ist. Das ist aber gar nicht so. Der Vorteil: Hierbei müsst ihr gar nichts zurückzahlen. Was zählt, ist euer Engagement. Wer sich beispielsweise sozial engagiert, hat gute Chancen. Einen guten Überblick über die diversen Angebote bekommt ihr auf den Seiten Arbeiterkind oder Stipendienlotse.