Kühe gelten in Südafrika von je her als adäquates Zahlungsmittel: Wer heiraten möchte, zahlt den Brautpreis in Kühen. Jetzt gibt es eine App, die den Wert einer Braut berechnen kann oder die einem hilft, in virtuelle Kühe zu investieren.

Wer in Südafrika Kühe besitzt, gilt als wohlhabend und genießt ein gewisses Ansehen. Denn Kühe gelten als Statussymbol. Da aber nicht jeder über Land verfügt, gibt es seit Neustem die Livestock Wealth App mit der jeder, der über etwas Geld verfügt, in eine virtuelle Kuh investieren kann.

"Kühe bedeuten Wohlstand. Die Kühe sind meine Bank."
Südafrikaner Sam Mavimbela züchtet, verkauft und schlachtet Kühe.

Ähnlich wie Aktien, kann man hier Kühe erwerben. Joseph aus Prätoria hat sich gleich zwei Kühe gekauft - 600 Euro pro Rind. Er hat sie noch nie gesehen oder angefasst, da sie 500 Kilometer weit weg auf einer Farm in der Provinz KwaZulu-Natal stehen. Er kennt sie nur von einem Foto auf seiner Smartphone-App

"Die Schönheit eines Mannes sind seine Kühe."
Sprichwort der Zulu

Besonders, wenn ein Mann heiraten möchte, kann es eine Rolle spielen, wie viele Kühe er besitzt. Denn in Südafrika wird der Brautpreis, Lobola genannt, in Kühen bezahlt. Wochenlang können sich die Verhandlungen zwischen den Angehörigen des Hochzeitspaares hinziehen.

Unser Kollege ist sieben Kühe wert

Wer die Lobola-App nutzt, bekommt den genauen Wert berechnet. Die Höhe, das Gewicht, das Alter und der Hüftumfang spielen dabei eine Rolle. Auch der Bildungsabschluss, ob die Frau schon einmal verheiratet war und ob sie Kinder hat, werden in die Berechnung miteinbezogen. Für unseren Korrespondenten Jan-Philippe Schlüter hat die App einen Preis von sieben Kühen ausgerechnet. Das sind umgerechnet 4000 Euro.

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