Netflix und Amazon machen dicke Beute. Beim Sundance Film Festival kaufen sie den großen Studios die Filme weg. Es geht um viel Geld, aber nicht nur. Auch um die Leinwand, sagt Filmkritikerin Anna Wollner.

In Utah läuft das Sundance Film Festival. Es ist das wichtigste Festival in den USA für Independent-Filme. Nicht nur die großen Film-Studios schauen dort vorbei, um sich verheißungsvolle Filme zu schnappen. Auch die Streaming-Dienste kommen zum Einkaufen.

Bislang ist das Geschäft für Netflix und Amazon ziemlich gut gelaufen. Netflix hat sich die Rechte für drei Filme gesichert, Amazon für vier, sagt Filmkritikerin Anna Wollner. Zum Beispiel ging "Manchester by the Sea" an Amazon für zehn Millionen Dollar. "Das ist der Film, über den in Sundance gerade alle reden", sagt Anna. In den Hauptrollen sind Casey Affleck und Gretchen Mol zu sehen. Die Filmstudios haben sich bislang gerade mal einen Film gesichert. Aber das Sundance Festival läuft auch noch.

Entscheidend ist aber nicht nur das Geld. Den Sundance-Prestige-Film "Birth of a Nation" hat sich Fox Searchlight für 17,5 Millionen Dollar gesichert. Der Film greift den Sklavenaufstand von 1831 auf. Netflix hatte dafür 20 Millionen Dollar auf den Tisch gelegt. Der Regisseur Nate Parker wollte den Film lieber auf der großen Leinwand sehen.

Netflix und Amazon haben mehr Geld

Aber natürlich geht es auch um Geld und da liegen Netflix und Amazon vorn, denn ihre Budgets sind größer als die der Studios. Man braucht aber auch ein gutes Händchen. Das Filmjahr 2016 ist gerade erst angelaufen.

Für die Filmstudios stellt sich auch immer die Frage, wie viele Arthouse-Filme sie vertragen. Anspruchsvollere Filme brauchen gute Promo-Arbeit und sprechen oft kein Massenpublikum in den Kinos an.

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