Wer wird der nächste Präsidentschaftskandidat? Favoriten sind Hillary Clinton bei den Demokraten und Donald Trump bei den Republikanern: Fünf Gründe für Hillary, fünf Gründe für Donald.

Für Hillary Clinton spricht, dass sie selbst schon einige Erfahrung als Politikerin gesammelt hat - ganz anders als Donald Trump. Sie war Außenministerin und hat sich innenpolitisch für die Gesundheitsreform engagiert. "Das war ja ursprünglich ihre Idee, für die sie sehr viel Lobbyarbeit gemacht hat", sagt Bereth Roots. Sie ist selbst Mitglied der Demokratischen Partei und die Chefin der Auslandsdemokraten in Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommt: Hillary Clinton ist eine erfahrene Wahlkämpferin.

Pro Donald

Bei Donald Trump ist es nicht ganz so leicht, Argumente zu finden, die für ihn sprechen: Er gilt als Rassist, Ausbeuter und Trumpeltier. DRadio-Wissen-Autor Johannes Döbbelt hat trotzdem nach Gründen für Trump gesucht. Und diese gefunden:

  • er gilt als ehrlich
  • er finanziert sich selbst, braucht keine Sponsoren
  • er ist ein guter Geschäftsmann, der auch die USA gut führen könnte

Guter Draht zu Menschen

Walter Grünzweig ist Professor für Amerikanistik. Der große Vorteil von Donald Trump sei, dass er auch die weniger gebildeten Menschen für sich begeistern kann, sagt er.

"Er scheint einen recht guten Draht zu den Menschen zu haben, auch zu den weniger gebildeten, einfacheren Menschen. Er hat jetzt mal gesagt: 'I love the poorely educated."
Walter Grünzweig über einen der Vorzüge von Donald Trump

Wahlkampfhelfer in den USA

2012 war Juri Schnöller Wahlkampfhelfer in den USA - für Barack Obama. Heute arbeitet er in Deutschland und auf EU-Ebene als Campaigner für Angela Merkel oder Jean-Claude Juncker. Er weiß also, wie es hinter den Kulissen eines Wahlkampfs aussieht. Als er den Wahlkampf von Barack Obama unterstützt hat, war er gerade als Austauschstudent in den USA. Da hat er sich über seine Uni als Wahlkampfhelfer beworben. Nach einem Bewerbungsgespräch war er dann sieben Monate lang Praktikant im Wahlkampfteam von Barack Obama.

Juri war damals Campuskoordinator: "Ich war an meiner Universität das Bindeglied zwischen der Kampagne und den Studenten vor Ort. ich habe mich darum gekümmert, Studenten zu den Tür-zu-Tür-Wahlkampfveranstaltungen zu bringen. Und die Botschaften der Wahlkampagne an die Leute vor Ort zu kommunizieren", erzählt Juri Schnöller.

"Viel über die Amerikaner an sich gelernt"

Zwei bis drei Tage in der Woche hat Juri im Kampagnenbüro verbracht. Dort hat er Freiwillige abtelefoniert und zu Kundgebungen eingeladen. Außerdem musste er gezielt mit Leuten an der Uni ins Gespräch kommen. Das Ziel: Leute dazu bewegen, sich auf einen E-Mail-Verteiler zu schreiben oder einer Facebookgruppe beizutreten. "Da kann man dann gezielt Angebote machen und Leute zum Teil der Kampagne machen." Ab und an musste Juri auch direkt bei Leuten vorbeigehen und sie von Barack Obama überzeigen - einfach indem er bei ihnen an der Tür klingeln musste.

Juri Schnöller über seine Zeit als Wahlkampfhelfer in den USA
"Man muss ein hartes Fell haben. Manchmal wird die Tür zugeknallt, oder man wird angeschrien. Im besten Fall wurde ich von einer netten Frau zum Kaffee eingeladen."