In der Nacht von Sonntag zu Montag läuft der Super Bowl. Die New England Patriots spielen gegen die Atlanta Falcons. Es ist der erste Super Bowl unter dem neuen Präsidenten Donald Trump. Das wird Thema sein bei dem Mega-Sport-Event.

Tom Brady ist der Star-Quarterback der Patriots. Er sagt: Donald Trump sei ein guter Freund von ihm. Brady geht mit ihm Golf spielen und hat ihn im Wahlkampf unterstützt. Die Fans sehen das übrigens gar nicht gern: Massachussetts, der Heimatstaat der Patriots, ist traditionell Demokratenland. Hillary Clinton hat hier zwei Drittel der Stimmen geholt. Tom Brady hält sich zurzeit mit politischen Statements bedeckt.

Der einzige muslimische Spieler, der beim Super Bowl dabei sein wird, ist Mohamed Sanu von den Atlanta Falcons. Er will zu Trumps Einreiseverbot nichts sagen.

Martellus Bennet von den Patriots hat deutlichere Worte gefunden. Er will eine Einladung ins Weiße Haus ablehnen, sollte sein Team gewinnen - weil er den neuen Präsidenten nicht ausstehen könne.

Alle Augen auf Gaga

Kein Super Bowl ohne Mega-Show: In der Halbzeit des Spiels tritt in diesem Jahr Lady Gaga auf, eine erklärte Gegnerin von Donald Trump. Es könnte gut sein, dass sie etwas Politisches in ihre Show einbauen wird. Lady Gaga hat während des Wahlkampfs Hillary Clinton unterstützt, sie ist bei Wahlkampfveranstaltungen aufgetreten und hat immer wieder bei Twitter und Facebook klar gemacht, wo sie politisch steht. Der Super Bowl böte ihr eine Riesenbühne für politische Botschaften: Bis zu 800 Millionen Menschen schauen zu - 115 Millionen Zuschauer allein in den USA.

Es gab Gerüchte, dass die NFL Lady Gaga verboten hätte, bei ihrem Auftritt Trump zu erwähnen, die Liga hat das bestritten. Bei der Probe für die Show ist Lady Gaga in einem Anti-Trump-T-Shirt erschienen.

Beyoncé mit politischem Statement

Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand den Auftritt in der Halbzeit für ein politisches Statement nutzt: Beyonce hat vergangenes Jahr "Formation" gesungen, die Outfits haben an die Black-Panther-Bewegung erinnert, es gab Anspielungen auf Rassismus und Diskriminierung von Frauen.

Beyonce beim Super-Bowl-Auftritt mit dem Song "Formation"
© dpa

Aufmerksamkeit beim Super Bowl erregen auch jedes Jahr die Werbespots: rund fünf Millionen Dollar zahlen die Werber für einen 30-Sekunden-Spot. Schon jetzt sorgt ein Spot des Bierkonzerns Anheuser-Busch für Diskussionen, weil er sich als Protest gegen Trumps Politik lesen lässt.

In dem Spot kommt ein deutscher Einwanderer mit dem Schiff in den USA an und bekommt Sprüche zu hören wie "Go home". Er schlägt sich aber erfolgreich nach St. Louis (Missouri) durch und gründet Anheuser-Busch. Das lässt sich als Kritik an Trumps Einwanderungspolitik lesen, offiziell geht es aber um den "American Dream".