Einfache Goldgräber in Suriname setzen Quecksilber ein, um das Gold vom Gestein zu trennen. Damit schaden sie sich selbst und der Umwelt.

Neben den Global Players der Goldgewinnung schürfen die einfachen Goldgräber in Suriname weitestgehend unorganisiert und unkontrolliert. Bis zu 20.000 Menschen bauen nach Angaben des Umweltverbands WWF in der ehemaligen holländischen Kolonie Gold ab.

Um Goldminen anzulegen, schlagen sie Schneisen so groß wie zehn Fußballfelder in den Regenwald, richten sich auf dem Schürfgebiet einfache Hütten ein und graben mit Maschinen nach Gold. Die Bedingungen im Dschungel sind hart: drückende Hitze, kein Trinkwasser und der nächste Ort weit entfernt.

"Wenn wir das Gold mit dem Quecksilber ausbrennen, halten wir zehn Meter Abstand, damit wir die Dämpfe nicht einatmen, sie gehen in die Luft, das Wasser hier kann man natürlich auch nicht trinken."
Anton, Goldgräber in Suriname

Bis zu einem Kilo Gold pro Woche schürfen die Goldgräber - doch ihre Gewinne werden von den Zwischenhändlern aufgefressen, die das Gold an Surinames Nationalbank weiter verkaufen. Um das Gold vom Gestein zu trennen, setzen die Schürfer Quecksilber ein. Sie lassen den Goldschlamm über Teppiche und Netze laufen, deren Maschen Quecksilber enthalten. Dabei wird auch das Quecksilber ausgewaschen.

Pro gewonnenem Kilogramm Gold, schätzt der WWF, gelangen in Suriname rund eineinhalb Kilogramm Quecksilber in die Umwelt. Das giftige Metall hält sich lange im Boden, geht in die Flüsse und Seen und gelangt über die Fische wieder in die Nahrungskette.

Dauerhafte Gesundheits- und Umweltschäden

Auch wenn die Goldgräber sich bei der Goldgewinnung versuchen zu schützen, gelangt das Quecksilber auf vielfältige Weise in den Körper. Dort schädigt es das Nervensystem, dauerhafte Gesundheitsschäden wie Gleichgewichtsstörungen und eine veränderte Aufnahmefähigkeit sind die Folgen.

Umweltschonendere Verfahren

Die surinamesische Regierung will den ungeregelten Goldabbau reglementieren. Dafür wurde nun die Behörde Ordening Gouldsector geschaffen, die zunächst erst einmal erfassen soll, wo überhaupt abgebaut wird. Später will die Behörde Lizenzen vergeben. Die kleinen Goldschürfer sollen aber nicht kriminalisiert werden, die Regierung will ihnen umweltschonendere Verfahren anbieten und fordert sie bis dahin auf, zumindest weniger Quecksilber einzusetzen.

Eine Dokumentation über die Auswirkungen des Goldabbaus in Suriname: