Statt "Zimmer Frei"-Schild lockt die fleischfressende Kannenpflanze Fledermäuse mit Echoreflektoren an. Sie will ihr aber nichts Böses, sie will nur ihren Kot.

Es gibt schon ungewöhnliche Freundschaften. Die zwischen der fleischfressenden Kannenpflanze und der Fledermaus ist so eine. Statt das Tier im eigenen Saft zu verdauen, darf die Fledermaus tagsüber im kelchartigen Trichter der Pflanze ihr Schläfchen machen. Guter Deal: So ist das Säugetier geschützt, genießt ein prima Mikroklima und die Pflanze freut sich über den Stickstoff aus dem Fledermauskot.Den benötigt sie nämlich zum Wachsen.

Mit Echo-Ortung aufs Klo gelockt

Ganz zufällig ist diese Zusammenkunft nicht. Denn die Kannenpflanze wirbt fleißig um die Fledermaus. Statt eine große Leuchtreklame mit dem Hinweis "Zimmer Frei“ herauszuhängen, macht sie über spezielle Echo-Reflektoren auf sich aufmerksam. Die Rückwand des Pflanzentrichters wirft die Ultraschallrufe zurück, die Form des Trichters verstärkt so das Echo.

It's a match: Auch scheint die Pflanze die perfekte Form zu haben, um diese Signale zu senden. Bei Experimenten mit verändertem Pflanzentrichter brauchten die Fledermäuse etwas länger, bis sie ihren Platz fanden. Übrigens: in der "Kanne" der fleischfressenden Pflanze ist auch Platz für zwei. Eigentlich ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.