Die Putzerlippfische befreien ihre viel größeren Kunden von lästigen Parasiten. Zur Kundschaft zählen auch viele Raubfische. Bis zu 100 Fische am Tag säubert der Fisch. Insgesamt 1200 Parasiten sammelt er dabei ein.

Die kleinen Putzerfische richten sich meist an markant gut erkennbaren Stellen im Korallenriff Putzstationen ein, in denen ein Männchen mit seinem Harem von drei bis sechs Weibchen lebt und auf Kundschaft wartet. Damit klar ist, dass der Raubfisch im Salon nicht zum Fressen, sondern zur Pflege kommt, spreizt er seine Flossen ab und lässt sein Maul permanent geöffnet. Für den Putzerfisch heißt das: Putz mich! Putzerfische ihrerseits präsentieren ihre auffallenden Längsstreifen und machen wellenförmige Schwimmbewegungen - das typische Service-Gehabe also.

Dienstbeflissen

Die fleißigen Dienstleister suchen dann die Körperoberfläche, das Maulinnere und den inneren Kiemenraum des Kunden nach abgestorbenen Hautteilchen und Parasiten ab.

"Wenn die Kunden dann irgendwann genug von der Reinigung haben, dann sagen sie den Putzerfischen durch ganz leichte Bewegungen: "Jetzt bitte aus meinen Körperhöhlen raus!"
Mario Ludwig, Tierexperte

Pikant dabei ist, dass die Putzerfische aber viel lieber die Schleimschicht ihrer Kunden fressen, als die blöden Parasiten. Mit dieser Schleimschicht, dem Mucus, sind die Fische komplett überzogen. Der Mucus ist viel nahrhafter als Parasiten. Doch ein Biss in den Mucus verursacht beim Kunden Schmerzen. Damit es sich der kleine Putzerfisch aber nicht mit seiner Kundschaft verscherzt, wippt er auf dem Rücken des gepiesackten Fisches und verpasst ihm eine schöne Flossenmassage - eine Form der Kundenbindung.