Seit Oktober wird die 40.000-Einwohner-Stadt Madaja belagert, Nahrung oder Medikamente kamen nicht mehr durch. 23 Menschen sollen verhungert sein. Gestern ist der erste Hilfskonvoi mit Lebensmitteln eingetroffen. "Es gibt Hoffnung", sagt UN-Helfer Ralf Südhoff.

"Die Situation ist weiter extrem angespannt", erklärt Ralf Südhoff vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Daher sei die Ankunft des Konvois mit Lebensmitteln und Medikamenten eine "extrem gute Nachricht". Die Verteilung der Hilfe werde sehr schnell möglich sein, weil auch den Helfern klar sei, dass alle Menschen in der Stadt hilfsbedürftig sind. "Alle Menschen brauchen sofort den Reis, das Weizenmehl, das Öl, die Medikamente, die wir gebracht haben", erklärt Ralf Südhoff.

"Wir sind sehr froh, dass es diese 40 Lastwagen jetzt in die Stadt geschafft haben."

Bisher sind die Mitarbeiter und die Lastwagen noch nicht wieder zurück in Damaskus. Das Risiko für die Mitarbeiter ist bei derartigen Hilfslieferungen nach wie vor groß. "Für uns ist es eine extrem schwierige Abwägung, welche Risiken gehen wir ein für unsere eigenen Kollegen, um Zehntausende Menschenleben zu retten", sagt Ralf Südhoff.

Helfer müssen 29 Checkpoints passieren

Was die Lage für Hilfsorganisationen in Syrien zurzeit besonders schwer macht: Sie müssen mit allen Bürgerkriegsparteien sprechen. Denn Hilfe für eine bestimmte Region wird immer als Parteinahme ausgelegt: "Jeder einzelne Konvoi muss neu verhandelt werden. Sie müssen immer mit allen Rebellengruppen Vereinbarungen haben", so Ralf Südhoff. Es sei auch schon vorgekommen, dass ein Hilfskonvoi durch 28 Checkpoints gelangt war - und beim 29. Checkpoint nicht durchgelassen wurde, weil es keine Vereinbarung mit dieser Rebellengruppe gab.

"Sie müssen sehr darauf pochen, dass unsere Hilfe neutral ist, dass ohne Ansehen der Person, der Religion den Menschen geholfen wird, die am bedürftigsten ist."