Auf der Konferenz in Riad soll die syrische Opposition zu einer gemeinsamen Haltung gegenüber dem Assad-Regime finden - doch nicht alle relevanten Gruppen sind vertreten.

Mehr als 100 Vertreter der syrischen Opposition wurden nach Riad in Saudi-Arabien eingeladen, um auf einer mehrtägigen Konferenz über eine gemeinsame Haltung gegenüber dem Assad-Regime zu verhandeln: Gemäßigte und islamistisch-terroristische Organisationen sind dabei, kämpfende Gruppen wie die Freie Syrische Armee genauso wie nicht-kämpfende, Vertreter der innersyrischen sowie Mitglieder der Exil-Opposition. "Es wird spannend, weil auch Leute aufeinandertreffen, die vorher noch nie miteinander gesprochen haben", berichtet unsere Korrespondentin Karin Senz.

"Aus Sicht der Veranstalter macht eine Konferenz nur Sinn, wenn dort ein möglichst breites Spektrum der syrischen Opposition vertreten ist."
Nahost-Korrespondentin Karin Senz über die Syrienkonferenz in Riad

Trotzdem sind nicht alle syrischen Oppositionsgruppen vertreten - denn davon gibt es weit über 1000. "Der IS wurde natürlich nicht eingeladen", sagt Karin Senz. Auch Mitglieder der islamistischen Al-Nusra-Front sind in Riad nicht mit dabei genauso wie Vertreter der Kurden - was von vielen Beobachtern als falsches Zugeständnis an die Türkei kritisiert wird. "Wenn man sich anguckt, dass die Kurden im Norden sehr erfolgreich gegen den IS gekämpft haben, ist es sicher kein so gutes Zeichen, dass sie nicht eingeladen worden sind", erklärt die Nahost-Korrespondentin Karin Senz im Gespräch mit DRadio Wissen.

In der Vielstimmigkeit der syrischen Opposition liegt eines ihrer größten Probleme: Denn bislang konnten sich die Beteiligten nicht auf eine gemeinsame Haltung gegenüber dem Assad-Regime einigen. Ob das auf der aktuellen Konferenz nun gelingt? Angestrebt jedenfalls ist eine Waffenruhe ab Januar sowie gegebenenfalls sogar Friedensverhandlungen.

Der schwierige Weg zu einer gemeinsamen Haltung

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Einig sind sich die verschiedenen syrischen Oppositionsparteien zwar in ihrer Gegnerschaft zur Terrormiliz IS - was die Haltung gegenüber dem Assad-Regime angeht, "bröckelt diese Front jedoch schon wieder", erklärt Karin Senz. Während es der Exil-Opposition leichter falle, Assad klar abzulehnen als innersyrischen Oppositionsparteien, hätten kämpfende Gruppen wiederum ein Problem damit, warum Assad nicht sofort abgesetzt wird - wo sie doch im Kampf gegen ihn Tag für Tag ihr Leben riskierten.

"Das Ziel der Konferenz ist ganz klar, ein Verhandlungsteam zusammenzustellen", sagt Karin Senz, um am Ende sagen zu können: "Diese Gruppe wird uns künftig vertreten - bei Verhandlungen mit dem Assad-Regime, aber auch gegenüber anderen Staaten." Ob das klappt und wie lange die Beteiligten in Riad dafür konferieren müssen, sei jedoch noch nicht absehbar.