Pünktlich zum Opferfest soll in Syrien eine Waffenruhe gelten - ausgehandelt von Russland und den USA. Es gibt Zweifel daran, ob sie halten wird.

Ab dem 12.09.2016, um 17:45 Uhr unserer Zeit, sollen in Syrien die Waffen schweigen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow und sein amerikanischer Kollege John Kerry hatten eine solche Waffenruhe für Syrien vereinbart. Und viele Syrer hoffen darauf, dass sie dieses Mal Bestand haben wird.

Delil Muhammad, Flüchtling aus Syrien
"Ich hoffe immer, dass die Leute Ruhe haben und Frieden haben in dieser Zeit. Alle Leute hoffen, dass das klappt!"

Delil Muhammad kommt aus Aleppo in Syrien. Vor eineinhalb Jahren ist er vor dem Krieg geflohen. Und er erinnert sich noch gut an die letzte zum Opferfest ausgehandelte Waffenruhe von 2012. Damals hatten die Kriegsparteien sich nicht an die Vereinbarung gehalten. Und auch dieses Mal gibt es Zweifel daran, ob der Waffenstillstand halten wird.

"Ich habe große Zweifel daran, dass die Waffenruhe halten wird. Diese Vereinbarung ist nämlich extrem kompliziert."
Björn Blaschke, DRadio Wissen

Auch unmittelbar vor der Waffenruhe wurde in Syrien weiter gekämpft. Und der syrische Präsident Baschar al-Assad hat erklärt, er werde alle Gebiete von den Terroristen zurückerobern. Das hört sich zunächst nicht nach Waffenstillstand an.

Feuerpause für zwei Tage

Für 48 Stunden aber zumindest soll in Syrien Ruhe einkehren - auch, damit die Vereinten Nationen die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen können.

Wenn Delil heute in Deutschland das Opferfest feiert, packt ihn das Heimweh und er erinnert sich daran, wie es früher war, vor dem Krieg: "Als ich in Syrien war, da trafen wir uns immer mit den Bekannten und mit den Freunden und der Familie. Das fällt mir schwer, dass sie in Aleppo feiern und ich weit weg von ihnen bin."

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