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In diesen Tagen jährt sich der Beginn des Bürgerkriegs in Syrien zum dritten Mal: Im März 2011 wurden die Proteste gegen die syrische Regierung gewaltsam niedergeschlagen. Seitdem tobt dort ein Bürgerkrieg, der immer schlimmer wird. Und die ersten Opfer sind die, die oft vergessen werden, die Kinder. Gestern haben gleich mehrere Organisationen neue Berichte dazu vorgelegt: Amnesty International, Save the Children und Unicef.

Die Kinderrechtsorganisation Save The Children hat untersucht, wie es um die Gesundheitsversorgung der Kinder steht. Das Ergebnis ist katastrophal:

  • 60 Prozent der Krankenhäuser in Syrien sind ganz oder teilweise zerstört
  • Die Hälfte aller Ärzte ist ins Ausland geflohen
  • Es mangelt an Medikamenten, Verbandsmaterial und sauberem Wasser
  • Weil es keine Narkosemittel mehr gibt, lassen sich Menschen – vor allem Kinder, deren Arme und Beine amputiert werden müssen - vor Operationen mit Eisenstangen k.o. schlagen
  • Weil oft der Strom ausfällt, erfrieren Neugeborene in ihren Brutkästen
  • Ärzte müssen zum Teil alte Kleider zum Verbinden benutzen

In funktionierenden Klinken könnten die Patienten fast alle geheilt werden. In Syrien ist das zurzeit aber undenkbar: Die Regierungstruppen bombardieren Krankenhäuser. Die Aufständischen besetzen Kliniken, um ihre Kämpfer behandeln zu lassen. Sie stehlen Medikamente und Krankenwagen oder verschleppen Ärzte. In den Millionenstädten Damaskus und Aleppo drohen zudem ständig Luftangriffe.

36 statt 2.500

Laut der Berichte wären allein in der Stadt Aleppo 2500 Ärzte nötig. Es gibt aber nur 36. Das trifft natürlich vor allem die Gebiete, in denen Aufständische leben und die von Regierungstruppen belagert werden. Amnesty International wirft dem Regime vor, Menschen gezielt verhungern zu lassen, in dem es Versorgungswege abschneidet. Das gilt auch für Flüchtlingslager.

Gibt es Hoffnung für die Kinder?

Viele syrische Kinder kennen nur den Krieg. Für sie ist das der Normalzustand, in dem sie - schwer traumatisiert - aufwachsen. Darauf hat das Uno-Kinderhilfswerk Unicef aufmerksam gemacht.

Verheerende Folgen

Gerade im Gebiet der syrischen Opposition radikalisieren sich fast alle Jugendliche. Viele schließen sich islamistischen Milizen an, das heißt, der nächste Konflikt ist schon programmiert.