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Andy Engel ist berühmt für seine fotorealistischen Tattoos. Vor einigen Jahren hat er sich auf etwas ganz besonderes spezialisiert: Er tätowiert dreidimensionale Brustwarzen - vor allem bei Frauen, deren Brüste nach einer Krebserkrankung amputiert werden mussten. Andy sagt: Das Tattoo hilft den Frauen, sich wieder "ganz" zu fühlen.

Andy Engel hat in seinem Leben schon fast alles tätowiert. Seine Spezialität sind fotorealistische Tattoos - also Porträts von Menschen oder Tieren zum Beispiel. Dafür ist er international bekannt. Durch einen Zufall ist der gebürtige Bayer vor über 13 Jahren aber auf einen ganz neuen Bereich aufmerksam geworden: Eine seiner Kundinnen wollte, dass er ihr nach abgeschlossener Brustkrebsbehandlung eine neue Brustwarze tätowiert. Heute arbeitet Andy mit Kliniken und Ärztinnen und Ärzten zusammen und bildet andere Tätowierer*innen in der Brustwarzen-Rekonstruktion aus.

"Wir nehmen das Foto und verwenden das dann, um eine originale Kopie dieser Brustwarze auf die Haut zu tätowieren."
Andy Engel über tätowierte Brustwarzen

Um eine Brustwarze wirklich realistisch tätowieren zu können, braucht es neben ziemlich viel Erfahrung ganz spezielle Farben, sagt Andy.

Außerdem tätowiert es sich auf vernarbter oder bestrahlter Haut komplett anders als auf normaler Haut. "Bei bestrahlter Haut gibt's zum Beispiel Farbtöne, die tätowiert man und die sieht man unmittelbar nach dem tätowieren gar nicht", sagt Andy. "Sehr wohl aber wenn es verheilt ist."

"Narben neigen dazu, die Farbtöne teilweise zu verändern."
Andy Engel

Wenn Andy die Brustwarzen-Rekonstruktionen macht, erfährt er auch immer viel über die Krankheitsgeschichten der Betroffenen. Für die Frauen, deren Brust oder Brüste im Zuge der Krebsbehandlung amputiert werden mussten, ist es eine große psychische Belastung, keine Brustwarzen mehr zu haben.

"Bei vielen Frauen findet kein Saunagang mehr statt, da findet kein Duschen in öffentlichen Duschen statt, viele ziehen sich auch nicht mehr vorm Partner aus."
Andy Engel

Die tätowierten Brustwarzen sind für viele Frauen deshalb eine große Hilfe, sich wieder "ganz" zu fühlen, sagt Andy. "Die kommen mit nem ganz anderen Lebensmut wieder hier rein, mit nem ganz anderen Strahlen."

"Manche sagen: Mir gefällt die tätowierte Seite besser wie die originale Seite, das ist natürlich das größte Lob.."
Andy Engel

Warum Andy mittlerweile auch ganze Penisse rekonstruiert, wie viele Tattoos er selbst hat und ob er sich auch manchmal selbst tätowiert, das hört ihr im Deep Talk mit Rahel Klein.