Eine macht nichts, die andere will alles alleine machen. Teamwork gehört in Schule, an der Uni und im Arbeitsleben zu unserem Alltag. Aber wie klappt es?

Viele ächzen schon, wenn sie nur das Wort hören. Egal ob wir es Gruppenarbeit oder Teamwork nennen, die Probleme bleiben gleich. Da müssen wir jetzt durch. Denn wir wissen alle, dass von uns erwartet wird teamfähig zu sein – das steht ja schließlich in beinahe jeder Stellenanzeige. Also einfach Augen zu und durch? Davon rät Nicola Gragert ab. Sie ist Businesscoachin und wir haben mit ihr darüber gesprochen, wie uns Gruppenarbeit gelingen kann.

1) Es kommt auf die Größe an

Viel hilft nicht immer viel – das gilt auch für Teamwork. Das ideale Team sollte rund zehn Mitglieder haben, rät die Expertin.

2) Das Ziel ist das Ziel

Was mache ich hier überhaupt? Wenn wir diese Frage nicht beantworten können, dann wird es schwer mit uns und der Gruppenarbeit. Die könne nur funktionieren, wenn das Team als Ganzes weiß, auf welches gemeinsame Ziel jeder Einzelne hinarbeitet.

3) Die Mischung macht es

"Wenn ich das alleine mache, dann bin ich viel schneller", ist ein gerne verwendetes Argument der Gruppenarbeit-Hasser und ein Mythos. Teamarbeit heiße auch, auf die vielen individuellen Fähigkeiten eines jeden Teammitglieds zurückgreifen zu können, sagt Nicola Gagert. Schließlich hätten wir alle Kompetenzen, die der andere nicht habe. Ein erfolgreiches Team besteht demnach aus vielen individuellen Zielen, die am Ende zum Erreichen eines großen gemeinsamen Zieles beitragen.

4) Treffen sind nötig

Schöne digitale Welt! Wir leben in Zeiten, in denen wir dank Kommunikations-Tools wie Skype oder Slack das Haus gar nicht mehr verlassen müssten. Dennoch sollten wir uns ab und an mal vor die Türe wagen, wenn wir Teamwork erledigen wollen, rät die Expertin.

5) Konflikte sind erwünscht

Viele von uns finden Gruppenarbeit deshalb so anstrengend, weil es immer wieder kracht. Dabei gehört zu einer guten Teamarbeit auch immer ein bisschen Reibung. "Team heißt nicht Harmonie und wir verstehen uns alle und alles ist gut", sagt Nicola. Wenn wir die Konflikte auf einer rein sachlichen und nicht auf persönlicher Ebene austragen würden, kämen wir auf die besten Lösungswege. Sie sagt:

"Wenn alle einer Meinung sind, dann passiert nichts."
Nicola Gragert, Businesscoachin

Fakten zu Teamwork:

  • Teamfähigkeit ist laut einer Umfrage der Begriff, nach dem Chefs in den Lebensläufen ihrer Mitarbeitenden am häufigsten suchen.
  • Ein Faulpelz kann ein ganzes Team kaputtmachen. Das besagt der "Ringelmann-Effekt", der in mehreren Studien nachgewiesen wurde. Die bekannteste Untersuchung stammt von Benjamin Walker. Er teilte 158 Studierende in 33 Teams ein, die zusammen Aufgaben lösen mussten. Das Ergebnis: Die Fleißigen konnten kaum die Minderleistung des Faulpelzes ausgleichen, selbst wenn sie alles gaben. Das führte dazu, dass die Fleißigen ziemlich sauer auf den Faulpelz wurden.