Die Anti-Haft-Beschichtung, das Poly-Tetra-Fluor-Ethylen, wird 75. Die meisten von euch kennen es wahrscheinlich unter dem Markennamen Teflon. Heute vor 75 Jahren hat der US-amerikanische Chemiker Roy Plunkett das Patent dafür angemeldet.

Bis heute gibt es Tausende Fragen zur Anti-Haft-Beschichtung. Eine der drängendsten: Darf ich wirklich nicht mit der Gabel in der Teflonpfanne umrühren? Dürfen schon, erklärt unsere Reporterin Tanja Kießling, aber ihre solltet es besser lassen - weil ihr euch sonst im Monatsrhythmus eine neue Pfanne kaufen müsst, wenn ihr die Beschichtung abkratzt.

Gefährlich für die Gesundheit ist Teflon nicht - das sagt zumindest das Bundesamt für Risikobewertung. Weil Poly-Tetra-Fluor-Ethylen (PTFE) nur mit ganz wenigen chemischen Verbindungen reagiere - und außerdem von uns einfach ausgeschieden werde. Trotzdem lieber zum Holzlöffel greifen, wenn ihr euch an Teflonpfanne abarbeitet, weil sonst die Spiegeleier anbrennen, wenn die Beschichtung weg ist.

Worauf ihr sonst noch achten solltet, wenn ihr mit Teflon hantiert? Nicht überhitzen, wenn noch nichts in der Pfanne brutzelt, erklärt Tanja Kießling. Also nicht erst warten, bis die Pfanne ganz heiß ist, bevor ihr etwas reintut. Auch wenn genau das in den Kochshows immer zu sehen ist. Die Profis im Fernsehen greifen lieber zu Keramik oder Gusseisen. Bei Teflon leidet ab 230 Grad die Beschichtung und ab 360 Grad können sogar giftige Dämpfe entstehen. Das Problem: Wer nichts in der Pfanne hat, bekommt unter Umständen gar nicht mit, wie heiß die Pfanne ist, denn Dämpfe sieht man nicht.

"Zu scharfen Anbraten lieber eine andere Pfanne als das Teflonmodell nehmen."
Tina Kießling

Und was ist mit den ganzen Horrormeldungen, die auftauchen, wenn wir Teflon googlen? An der Geschichte vom Kanarienvogel, der nach der Einweihung des neuen Raclette-Grills tot von der Stange kippt, könnte etwas dran sein. Ab 200 Grad können sich bei Teflon-Geräten PTFE-Partikel lösen, die als Gas tödlich bei Vögeln wirken können, erklärt das Bundesamt für Risikobewertung. Allerdings haben Vögel eine andere Anatomie als Menschen. Bei Ratten wurde es erst ab 420 Grad gefährlich, aber das bekommt ihr mit einem normalen Herd nicht hin.

Reinigen lassen sich Teflongeräte ganz einfach. Ihr dürft Spülmittel verwenden und könnt einige sogar in den Geschirrspüler packen. Auch hier gilt die goldene Regel: nicht kratzen. Also lieber einen weichen Schwamm benutzen. Gut ist auch, die Pfanne ab und zu mit Speiseöl auszuwischen, das pflegt die Beschichtung, erklärt Tina Kießling. Und auch beim Braten gilt: Lieber ein bisschen Fett in die Pfanne geben.

Kühlschränke und Angelschnüre

Erfinder Plunkett das Polymer übrigens zufällig entdeckt, eigentlich war er auf der Suche nach einer Weiterentwicklung für den Kühlschrank. 1941 gab es dafür ein Patent. 13 Jahre später kam der französische Chemiker Marc Grégoire darauf, seine Angelschnüre mit Teflon zu beschichten, damit die nicht mehr so verheddern. Und seine Frau hatte dann die Idee, dass so eine abweisende Beschichtung noch viel besser für ihre Pfannen wäre. Grégoire machte sich ans Werk und seine Pfanne war bei Köchen so erfolgreich, dass er später die Firma Tefal gegründet hat - ein Akronym aus Teflon und Aluminium.