Produkte privat zu teilen ist möglich, aber nicht immer einfach. Wir brauchen mehr Mut - und gute Plattformen, die das alles organisieren.

Wer will, kann das Prinzip des Teilens heute schon in seinen Alltag integrieren: Carsharing ist etabliert, ebenso wie das Teilen von Wohnraum via Airbnb oder Couchsurfing. In der Landwirtschaft nutzen Bauern schon seit Jahrzehnten den Maschinenring, sodass sie sehr teure, dafür selten genutzte Maschinen nicht selbst oder wenigstens nicht alleine kaufen müssen.

Im Privatbereich ist das Teilen von Produkten und Geräten noch nicht sehr verbreitet. Seiten wie leihdirwas.de oder bestimmten Facebook-Gruppen wie zum Beispiel das "Nettwerk", die es für verschiedene Städte gibt, wären dafür prädestiniert, doch das Leihen und Verleihen von Werkzeugen, Sportgeräten, Kleidung, Musikinstrumenten oder Videokameras kommen nicht so richtig in Schwung.

Das gebe ich dir nicht

Es ist ja auch nicht so ganz einfach.

  • Manche Dinge sind emotional behaftet, die möchten wir einfach nicht verleihen.
  • Andere brauchen wir jeden Tag und können nicht auf sie verzichten.
  • Wieder andere sind gefühlt so kompliziert und/oder fragil, dass wir vom Leiher erstmal einen Eignungsnachweis haben möchten, bevor wir das Produkt abgeben.
  • Manchmal trauen wir uns einfach nicht, warum auch immer.
  • Und nochmal manchmal ist uns das alles zu lästig.

Trotzdem: Das Verleihen und Leihen, kurz Teilen, wurde schon mehr und wird es noch. Es ist es ökonomisch einfach sinnvoll: Viele Produkt verlieren mit der Zeit an Wert, egal, ob sie genutzt werden oder nicht. Erhält der Eigentümer eine Leihgebühr, kann er die Anfangsinvestition gegenfinanzieren. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis steigt bei vielen Produkten mit der Nutzungsdauer. Nicht umsonst streben Industrieunternehmen jeden Tag eine 24-Stunden-Auslastung der Maschinen an - dann sind sie unterm Strich am günstigsten.

Und dann ändert sich bei uns auch die generelle Einstellung zu manchen Produkten: Junge Menschen geben an, ein Auto nicht mehr besitzen zu müssen. Sie wollen einfach Zugang zu einem haben.

Jetzt brauchen wir nur noch gute, seriöse Plattformen, die das Teilen organisieren und einfach machen.

"Ein Problem ist der Dilettantismus von Share-Economy-Organisationen."
Prof. Dr. Birger Priddat, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Universität Witten/Herdecke