Trotz Internet und Shopping-Apps: Das Teleshopping ist nicht tot zu kriegen. Wir Deutschen sind sogar Teleshopping-Europameister. Wir zappen mal rein.

Was darf es denn sein? Die Beauty-Box im Januar? Das Multiwerkzeug-Megaset? Oder doch lieber diese wunderschöne Bluse mit einem gaaanz bezaubernden Muster?

Man könnte meinen, Teleshopping ist so ein Relikt aus den 90er Jahren, als es noch kein Online-Shopping gab und sich unsere Omas von ihrer damals noch vorhandenen Rente Dinge gekauft haben, die die Welt nicht braucht.

Die Deutschen lieben Teleshopping

Ist aber nicht so. Der Tele-Shopping-Boom hält an. Und laut der Branche selbst shoppt in Europa niemand mehr über den TV als wir Deutschen. 2016 waren die Briten noch Spitzenreiter - bis wir sie abgelöst haben.

"Es ist ein relativ langer Prozess vom Teleshopping-Seher zum Teleshopping-Besteller. Also 50 Stunden muss man erst mal Teleshopping gesehen haben, bis man zum ersten Mal zum Hörer greift."
Mathias Birkel, Medienforscher

Zwei Milliarden Umsatz

Laut Medienforscher Mathias Birkel macht die Branche knapp zwei Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Ein Teil kommt auch über Internethandel rein. Aber der Hauptumsatz kommt vom Teleshopping. Und das, obwohl es bis heute belächelt wird. 

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"Ich sag meistens: Ach komm, deine Mama hat bestimmt auch schon bei mir gekauft. Also eigentlich hat da wirklich in jeder Familie irgendwer, irgendwo schon mal was gekauft."
Marcel Schenk, Teleshopping-Moderator bei QVC
Modeverkauf im TV
© dpa
Im Visier der Verkaufssender: Frauen 50+

Zielgruppe der Branche sind Frauen über 50. Für die Moderatoren wird es da manchmal schwierig. Wie preist man Bauchweg-Höschen oder Unterwäsche passend an. Marcel Schenk, der seit sieben Jahren für den Verkaufssender QVC arbeitet, kein Problem: "Ich kann jetzt schlecht sagen: Aus eigener Erfahrung. Aber ich kann halt sagen: Sieht gut aus, wenn man sie trägt."

Spontan zum Hörer greifen

Knapp 20 Sender gibt es deutschlandweit, bei denen sich Menschen über Teleshopping zu spontanen Lustkäufen hinreißen lassen - und zwar von den Moderatoren. Mit ihnen steht und fällt das Geschäft.

"Teleshopping lebt davon, dass die Verkäufer es schaffen, zu ihrem Publikum eine Bindung aufzubauen. Irgendeine Art von emotionalem Verhältnis, auch ein Vertrauensverhältnis."
Mathias Birkel, Medienforscher

Das weiß auch Moderator Marcel Schenk - seine Rolle beschreibt er so: "Da ist jemand im Raum, damit ich mich nicht so alleine fühle. Und das ist meiner Meinung nach der Erfolg des Teleshoppings."

Übrigens: Die meisten Teleshopper sind Wiederholungstäter, sagt der Medienforscher. Wer einmal bestellt, der tut es laut Statistik immer wieder. Und die Branche, so seine Einschätzung, wird weiter wachsen.

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