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"Babel" von Kenah Cusanit ist das perfekte Buch für den Moment, wenn euch ein Museumsbesuch zu staubig ist. Denn ihr Protagonist Robert Koldewey buddelt für euch im Staub.

Seit einigen Jahren wird die Diskussion um koloniale Raubkunst immer stärker geführt. Die ehemaligen Kolonien fordern ihr kulturelles Erbe zurück, das europäische Kolonialmächte nach Europa schafften, um damit in Museen ihre Macht zu demonstrieren.

Ausgrabungen im Dienste des Deutschen Kaisers

Genau in dieser Zeit war Robert Koldewey im Zweistromland. Zwischen 1899 und 1917 leitete der Architekt und Universalgelehrte im Dienste des Deutschen Kaisers eine Ausgrabung am Euphrat im heutigen Irak. Seine Aufgabe: Spektakuläres ausgraben und nach Deutschland schaffen. Denn im Louvre stellten die Franzosen Altertümer aus und auch die Engländer lockten Scharen von Besucher ins Britische Museum mit tollen Funden.

Fundamente des babylonischen Turms

Dabei hat Robert Koldewey durchaus Beachtliches entdeckt: die Palastanlagen Nebukadnezars, darunter das berühmte Ischtar-Tor mit seinen blau und gelb lasierten Ziegeln und die Fundamente eines großen Turmes.

"Was sollte er den Wartenden in Berlin schreiben, damit sie Ruhe gaben? War ihnen klar, wie viel Material er und seine Leute ausgegraben hatten, wie schwer die Schiffe beladen sein und wie lange sie vom Tigris bis zur Elbe brauchen würden?"
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin

Robert Koldewey fasst einen Entschluss, wie er mit seinem Fund weiter verfährt, denn der Erste Weltkrieg steht bevor. 

Kenah Cusanits Debütroman "Babel" erschien 2019 bei Hanser, 267 Seiten. Die Altorientalistin und Ethnologin wurde bereits mehrfach für ihre Essays und Gedichte ausgezeichnet. Sie ist 1979 geboren und lebt in Berlin.

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