Synthetische Polymere sind große Plastikmoleküle, die im Labor hergestellt werden. In der Arzneimittelmedizin setzt man sie ein, um Wirkstoffe zielgenau im Körper zu transportieren. In seinem Vortrag erklärt Chemiker Ulrich Schubert, wie der Einsatz von Polymeren die Forschung auch herausfordert.

Von künstlich hergestellten Polymeren, großen Plastikmolekülen, gibt es viele verschiedene. Sie alle haben unterschiedliche Eigenschaften: Sie können hitzebeständig sein, wasserlöslich, bioabbaubar und noch vieles mehr.

Richtig designt lassen sich aus solchen Makromolekülen nützliche Stoffe herstellen. Wie die Polymere aussehen sollen, können Chemikerinnen und Chemiker genau maßschneidern, erklärt Chemiker Ulrich Schubert.

Zum Beispiel kann man aus Polymeren sogenannte Taxis bauen. Das sind Transportmittel, die Medikamente und andere Medizin an die Stelle in unseren Körper bringen, an der wir sie haben wollen. Das verhindert, dass ein Arzneimittel sich in unserem gesamten Körper verbreitet, wenn es nur an einem gezielten Ort wirken soll.

"Tabletten haben typischerweise eine Hülle. Dieses Coating ist dafür da, dass der Wirkstoff durch den sauren Magen geschleust und zielgerichtet irgendwo im Darm freigesetzt wird."
Ulrich Schubert, Chemiker

Wie das funktioniert, erklärt Ulrich Schubert in seinem Vortrag. Er ist Chemiker und Professor an der Universität Jena. In seinem Vortrag geht es um den Grenzbereich von Forschung und praktischer Anwendung. Er erklärt auch die Schwierigkeiten, die der vermehrte Einsatz bestimmter Polymere mit sich bringt.

Polymere und ihre (Neben)wirkungen

Eine Herausforderung für die Forschung sind zum Beispiel die Allergien, die Polymere auslösen können. Je häufiger bestimmte Polymere vorkommen, desto mehr Menschen entwickeln eine solche Allergie.

"PEG, Polyethylenglycol, ist weit verbreitet. Deshalb haben immer mehr Menschen Antikörper dagegen."
Ulrich Schubert, Chemiker

Der Vortrag von Ulrich Schubert hat den Titel "Pharmapolymere für das 21. Jahrhundert". Er hat ihn am 23. Juli 2021 an der Georg-August-Universität Göttingen gehalten. Es war der Festvortrag der Sommersitzung der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.