Acht US-Bundesstaaten wollen ihr Abtreibungsgesetz verschärfen, mit der sogenannten "Heartbeat Bill". Eine Stunde Liebe schaut auf die Abtreibungsdebatte in den USA und lässt danach vier Frauen zu Wort kommen. Frauen, die sich auf verschiedene Weise mit Abtreibung auseinandersetzen: eine Hebamme, eine Fotografin, eine Journalistin – und eine Frau, die abgetrieben hat.

"Es wurde mir nur gesagt, wie schrecklich das ist, wenn man eine Schwangerschaft unterbricht. Ich würde das Kind zu Tode quälen und herausreißen."
Verena, Lehrerin aus Bozen

Verena wurden vor ihrer Abtreibung in der Beratung Schuldgefühle gemacht. In ihrer Heimat Italien weigern sich aktuell 70 Prozent der Ärztinnen und Ärzte, einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Welche Konsequenzen das für Italienerinnen hat, die sich gegen eine Schwangerschaft entscheiden, beschreibt Verena in Eine Stunde Liebe.

Kritik am "Post-Abortion-Syndrom"

Journalistin und Feministin Mithu Sanyal geht auf die Studie von Jens Spahn ein, die die Folgen von Abtreibungen für Frauen untersuchen soll. Sie sieht diese Forschung zum sogenannten "Post-Abortion-Syndrom" kritisch, genauso wie die Rechtslage zu Abtreibung insgesamt.

"In Deutschland ist Abtreibung immer noch ein Verbrechen, dass nur unter bestimmten Voraussetzungen straffrei ist. Das ist Stigmatisierung von Abtreibung."
Mithu Sanyal, Journalistin

Die spanische Fotografin Laia Abril geht in ihrem preisgekrönten Fotobuch "On Abortion" auf illegale Abtreibungen ein. In 130 Ländern auf der Welt ist ein legaler Schwangerschaftsabbruch entweder komplett verboten wie in Brasilien, oder nur unter Lebensgefahr für die Frau erlaubt wie zum Beispiel in Polen.

Zigtausende Frauen sterben durch Pfusch bei Abtreibung

Auf ihren schwarz-weißen Fotos dokumentiert Abril Instrumente, mit denen illegale Abtreibungen durchgeführt werden wie beispielsweise Kleiderbügel. Dazu porträtiert sie Frauen aus verschiedenen Ländern, die illegal ihre Schwangerschaft abgebrochen haben. Und sie liefert Fakten: 47.000 Frauen weltweit sterben pro Jahr an den Folgen eines verpfuschten Schwangerschaftsabbruchs.

"Die Abtreibung gehört seit Urzeiten zu den Kompetenzen von Hebammen."
Alice Rocq-Havard, Hebamme aus Paris

In Europa hat Frankreich eines der weitestgehenden Gesetze für Abtreibung. Bis zu zwölften Schwangerschaftswoche können Frauen abtreiben ohne Beratungspflicht oder Wartezeit. Dazu werden, anders als in Deutschland, die Kosten übernommen. Außerdem dürfen seit 2016 auch Hebammen Abtreibungen durchführen. Die Hebamme Alice Rocq-Havard erzählt in Eine Stunde Liebe, warum trotzdem auch in Frankreich die Frauenrechte weiter verteidigt werden müssen.


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