Boko Haram sorgt für Gewalt und Angst in Nigeria. Nun wollen sich die Terroristen dem IS anschließen und schwören Treue und Gefolgschaft. Was die Terrorgruppe "Islamischer Staat" davon hält, ist noch nicht ganz klar.

Es ist ein alter arabischer Brauch, dass sich Organisationen untereinander die Treue schwören. "Ich glaube aber nicht, dass es da wirklich eine enge strukturelle Kooperation zwischen Boko Haram und dem IS gibt", sagt Daniel Gerlach, der Mitherausgeber der Politik-Zeitschrift Zenith. Boko Haram wolle aber genau diesen Eindruck erwecken. Ein Treueschwur fürs Image sozusagen, den Boko Haram ziemlich nötig hat.

"Boko Haram hat auch unter den Dschihadisten weltweit einen außerordentlich schlechten Ruf als ausschließlich kriminelle Organisation ohne theologische und politische Ideen."

Boko Haram sind schon einige Kämpfer abgesprungen, vor allem orthodoxe und theologisch orientierte Dschihadisten. Boko Haram hat zwar Macht über ein Territorium, aber anscheinend kein Interesse an Politik oder Religion. Daniel Gerlach stellt fest: "Boko Haram zieht nur marodierend durch das Land und hat kein Interesse daran, irgendwelche Strukturen aufzubauen." So wirken sie ganz anders als die IS-Terroristen.

Boko Haram: Nicht mehr als marodierende Verbrecher

"IS hat zumindest den Eindruck nach außen erweckt als würde sie an einem realen politischen Projekt arbeiten, nämlich an einer Staatsgründung", sagt Gerlach. Er selbst hält das für einen großen Etikettenschwindel, man könne im Iran und in Syrien nicht von einer Staatsbildung sprechen. Aber: Sie können zumindest die Erwartungen ihrer Kämpfer umsetzen. Ganz anders eben als Boko Haram.