Wie findet man einen Narzissten? Das war die zu beantwortende Frage für unseren Reporter Stephan Beuting. Er hat es in passendem Umfeld probiert.

Menschen mit extrem ausgeprägtem, pathologischem Narzissmus sind relativ leicht zu finden - dazu muss man nur in die dafür vorgesehenen Kliniken gehen. Wie aber findet man einen Narzissten, dessen Selbstverliebtheit sich in gesellschaftsfähigem Rahmen hält? In der Regel sieht man es den Narzissten ja nicht einfach an, dass sie welche sind.

DRadio-Wissen-Reporter Stephan Beuting hat sich eine Berufsgruppe ausgesucht, die für ihn einfach zu erreichen ist und noch dazu im Verdacht steht, überdurchschnittlich viele Narzissten zu beheimaten: Die Journalisten.

Wer ist Narzisst und wer nicht?

Genauer gesagt hat Stephan mit seinen Kollegen Julia, Armin und Steffi drei verschiedene Tests gemacht, die alle dasselbe Ziel haben: Herausfinden, wer ein Narzisst ist und wer nicht.

  • Ein Test, der denkbar einfach ist, ist die Singe-Item-Narcissm-Scale. Hier sollen sich die Probanden auf einer Skala von 1 bis 7 selbst einschätzen. Sieben ist der höchste Narzissmus-Grad. Julia soll diesen Test absolvieren. Sie sieht sich bei 3.
  • Armin hat einen anderen Test gemacht, den Joe-Navarro-Test. Er umfasst über 100 Fragen, ist also deutlich umfangreicher als die Singe-Item-Narcissm-Scale. Aber: Er liefert die gleichen Ergebnisse. Armin musste Fragen ausfüllen wie "Sagt oft Dinge, ohne die geringste Reue zu zeigen?" Sein Ergebnis: Er ist nicht auffällig narzisstisch.
  • "Interactive version of the narcissistic personality inventory" ist der Name eines dritten Narzissmus-Tests mit 40 Fragen. Ergebnis: 16 Punkte. Damit liegt Steffi knapp im oberen Narzissmus-Drittel.

Am Ende kommt Stephan aber doch zum Ergebnis, dass die Kollegen aus seiner eigenen Definition alle keine Narzissten sind. Denn er arbeitet mit allen gerne zusammen, und das Teamwork klappt super.