Viele Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland landen jedes Jahr auf dem Müll. Nicole Klaski rettet ein paar davon - und verkauft sie in ihrem Laden "The Good Food".

Nicole Klaski ärgert die Lebensmittelverschwendung schon lange. Vor drei Jahren hat sie deswegen ihren gemeinnützigen Laden "The Good Food" in Köln eröffnet: Es ist Deutschlands erster Markt, in dem es nur Obst und Gemüse gibt, das im normalen Supermarkt oder schon beim Landwirt weggeworfen werden würde: Gemüse ist krumm, Äpfel haben Dellen, die Mindesthaltbarkeit ist bereits überschritten.

Jeder von uns schmeißt im Jahr durchschnittlich 75 Kilogramm Lebensmittel weg (inkl. Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Außer-Haus-Verpflegung). So schätzte es eine Studie im Jahr 2015. Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden geht sogar von bis zu 220 Kilogramm pro Jahr aus.

Britta Wagner, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin zu einer neuen Studie aus den Niederlanden zur Verschwendung von Lebensmitteln
"Die Lebensmittelverschwendung könnte viel höher sein als bisher angenommen."
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Abgelaufene Lebensmittel kann ein Supermarkt nicht mehr anbieten. Und auch eine Möhre mit zwei Enden wird aussortiert, bevor sie in der Gemüseabteilung landet, dasselbe gilt für knubbelige Äpfel.

Eine gesetzliche Vorschrift, dass die Gurke gerade sein muss, gibt es nicht, schreibt das Bundeszentrum für Ernährung. Für Supermärkte ist normschönes Gemüse aber besser zu verpacken - und auch wir Konsumenten kaufen lieber die gleichförmige Paprika als die krumm und schief gewachsene.

Nicole Klaski ärgert das: "Das Gemüse zu sehen, das ein Landwirt auf den Feldern liegen lassen muss, weil der reguläre Handel es nicht annimmt, finde ich super schade."

"Jeder kann mit seinem Einkauf etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun."
Nicole Klaski von "The Good Food"

Nicole Klaski verkauft, was die Supermärkte nicht wollen. "Wir haben viele Stammkunden", sagt sie, "die kommen sehr regelmäßig". Die seien auch Überzeugungstäter und ärgerten sich selbst darüber, wie viele Lebensmittel von Supermärkten und in Privathaushalten weggeschmissen werden.

"Wenn es uns nicht gäbe, wären unsere Lebensmittel in die Tonne gekommen oder wären auf den Feldern verrottet", sagt Nicole.

In ihrem Laden zahlen Kunden, was sie wollen. "Geld verdienen steht für uns nicht im Vordergund, wir sind gemeinnützig", sagt Nicole. "Aber 'The Good Food' trägt sich, und wir können weiter machen."

"Das Gemüse zu sehen, das ein Landwirt auf den Feldern liegen lassen muss, weil der reguläre Handel es nicht annimmt, das finde ich super schade."
Nicole Klaski von "The Good Food"

Hauptverantwortlich für das Wegwerfen von Lebensmitteln sind private Verbraucher. "Wir müssen zuhause darauf achten, ob wir wirklich etwas wegschmeißen müssen oder nicht doch noch essen können", sagt Nicole Klaski. "Die meisten Lebensmittel sind noch in Ordnung."