Eine Fernsehserie, die dem Kopf eines Polizeireporters entsprungen ist! Fünf Staffeln mit 60 Episoden, die jeweils eine Stunde lang sind, ein unüberschaubar großer Cast, eine komplette Stadt als Serie. Mehr Fernsehen geht nicht.

The Wire nutzt die Mittel des Mediums Fernsehen - aber unser heutiger Redner entdeckt auch anderes in dieser Serie. Nämlich eine geistige Verwandtschaft mit dem literarischen Realismus des 19. Jahrhunderts, eine Verwandtschaft mit dem Werk Balzacs. Balzac schrieb Dutzende von Romanen und Erzählungen, ließ seine Figuren mal auf-, dann wieder abtauchen und schuf so etwas wie einen literarischen Querschnitt durch seine Epoche. Sein Gesamtwerk titulierte er als: "Die Menschliche Komödie".

Die menschliche Komödie

Jonas Nesselhauf versteht "The Wire“ als zeitgemäße Version der 'menschlichen Komödie'. Sein Vortrag heißt "The Wire und der literarische Realismus des 19. Jahrhunderts“. Nesselhauf hat ihn am 30. September 2013 auf der Tagung "Quality-Television: Die narrative Spielwiese des 21. Jahrhunderts!?" gehalten. Der Redner ist Komparatist, also vergleichender Literaturwissenschaftler, an der Universität in Saarbrücken.

How I met you Barney

Aber dabei bleibt es nicht. Der Hörsaal sendet heute eine Doppelfolge: also einen weiteren Vortrag dieser Tagung. Gehalten hat ihn die Kulturwissenschaftlerin Solange Landau. Sie nimmt den Vorspann von TV-Serien unter die Lupe, also die wenigen Augenblicke, mit denen uns die Serien begrüßen und aufs Thema einstimmen. Landaus besonderes Augenmerk gilt der Serie "How I met your mother“. Allerdings heißt Ihr Vortrag "How I met your Barney: Das Intro als metafiktionales Spiel“.

The Wire wird von vielen Fernsehkritikern als die beste Serie der Welt bezeichnet, aber das ist natürlich subjektiv. In der Bewertung bei der Internet Movie Database liegt The Wire mit 9,4 von 10 Punkten knapp hinter Breaking Bad und Game of Thrones.

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